Kuba: Massendemo gegen die EU - DER SPIEGEL
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Kuba Massendemo gegen die EU

Angetrieben von Fidel Castro haben mehrere Hunderttausend Menschen in Havanna gegen die Kuba-Politik der EU protestiert. Vor allem Spaniens Regierungschef José María Aznar und Italiens Silvio Berlusconi wurden massiv beschimpft.
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Havanna - Die Demonstranten zogen vor das Gebäude der spanischen Botschaft in Havanna und skandierten "Nieder mit dem Faschismus" und "Lang lebe die Revolution". Der Protest richtete sich gegen eine Entscheidung der EU aus dem vergangenen Monat, ihre Politik gegenüber Kuba wegen der anhaltenden Berichte über Menschenrechtsverletzungen zu überdenken.

Die Kubaner beschimpften Aznar wegen seiner Unterstützung für den US-geführten Irak-Krieg als Marionette Washingtons. Eine ähnliche Protestaktion fand wenige Kilometer entfernt vor der italienischen Botschaft statt. Beide Demonstrationen wurden live im Staatsfernsehen übertragen.

Die EU hatte in der vorigen Woche wegen der Repressionswelle Havannas gegen Regimekritiker beschlossen, die politischen und kulturellen Kontakte zu der sozialistischen Karibikinsel stark einzuschränken. Außerdem sollen Dissidenten häufiger zu offiziellen Anlässen in die EU-Botschaften eingeladen werden. Die Maßnahmen der EU sind eine Reaktion auf die Verurteilung von 75 Regimekritikern zu hohen Gefängnisstrafen und die Hinrichtung von drei Schiffsentführern im Schnellverfahren im vergangenen April.

Schon am Mittwochabend hatte Castro die EU in einer Fernsehrede heftig angegriffen. Deren Maßnahmen seien "flegelhaft und Unverschämt", sagte Castro. Die Europäische Union beuge sich dem Druck der USA. Verantwortlich für die harte Linie seien Spanien und Italien, sagte Castro. Aznar und Berlusconi nannte er "Faschisten" und "Banditen". Nicht alle Europäer seien gleich, sagte Castro, bedauerte aber, dass Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Belgien "dem schlechten Rat Aznars" gefolgt seien.