Kubas Opposition beklagt Festnahmen vor Papstbesuch - DER SPIEGEL
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Kuba Opposition beklagt Dutzende Festnahmen vor Papstbesuch

Der Papst kommt - und die Welt soll ein heiles Kuba vorgeführt bekommen. Das Regime in Havanna will Aktionen von Dissidenten zum Pontifex-Besuch unterdrücken. Laut kubanischer Opposition wurden Dutzende Regierungskritiker festgenommen.
Papstbild in Havanna: Regime will laut Kritikern "totale Kontrolle"
Papstbild in Havanna: Regime will laut Kritikern "totale Kontrolle"

Papstbild in Havanna: Regime will laut Kritikern "totale Kontrolle"

Foto: ENRIQUE DE LA OSA/ REUTERS
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Santiago de Cuba - Die meisten Dissidenten wurden nach Angaben der kubanischen Opposition im Südosten der kommunistischen Karibikinsel festgenommen. In Santiago de Cuba, dort wo Papst Benedikt XVI. an diesem Montag erwartet wird, wurden in den vergangenen Tagen mindestens 70 Oppositionelle inhaftiert, erklärte das Kubanische Komitee für Menschenrechte und Nationale Versöhnung. Unter den Festgenommenen seien rund 15 "Damen in Weiß", die für eine Befreiung politischer Häftlinge aus den kubanischen Gefängnissen kämpfen.

"Das Castro-Regime verstärkt seine Repression und Einschüchterung gegen friedliche Dissidenten, vor allem in der Provinz Santiago und in der Umgebung", sagte der Präsident des Kubanischen Komitees für Menschenrechte und Nationale Versöhnung, Elizardo Sánchez. Der frühere politische Häftling José Daniel Ferrer sagte der Nachrichtenagentur AFP, die kubanische Regierung wolle eine "totale Kontrolle" der Umgebung der Orte, an denen der Papst Messen feiern werde. Es solle jeder Protest unterbunden werden. Nach Angaben der verbotenen, aber geduldeten kubanischen Menschenrechtsorganisation CCDHRN sind zudem mindestens hundert Bettler in Havanna und Santiago de Cuba festgenommen worden, um sie vor Besuchern und ausländischen Pilgern zu verbergen.

Die "Damen in Weiß" bekundeten dennoch ihre Absicht, an den Papstmessen teilzunehmen. "Wir werden alle dort sein, in Weiß gekleidet", sagte Sprecherin Berta Soler.

Während seiner dreitägigen Visite wird das Oberhaupt der katholischen Kirche am Mittwoch eine weitere Freiluftmesse in Havanna feiern. Ein Treffen Benedikts mit Dissidenten und Menschenrechtlern ist nicht geplant - dafür soll der Papst mit Präsident Raúl Castro zusammenkommen. Die katholische Kirche ist die einflussreichste unabhängige Institution in Kuba. Allerdings hat die Kirche praktisch keinen Zugang zu den staatlichen Medien, darf keine Schulen betreiben und erhält keine Genehmigungen für den Bau neuer Kirchen.

Vor seinem Kuba-Besuch war der Papst in Mexiko. Am Donnerstag wird Benedikt zurück in Rom erwartet.

anr/AFP/dpa