Kühle Athmosphäre: Arafat bei Clinton - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Kühle Athmosphäre Arafat bei Clinton

US-Präsident Clinton und Palästinenserchef Arafat haben im Weißen Haus über die Nahost-Krise beraten. Arafat nannte das Gespräch anschließend "wichtig, konstruktiv und positiv". Beobachter sprachen aber von einer kühlen Atmosphäre.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Washington - Bei dem üblichen Fototermin sahen Clinton und Arafat einander nicht an. Außenministerin Madeleine Albright, die ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hatte, schaute unterdessen in ein Buch. Auf Fragen von Journalisten, ob er offiziell zum Ende der Gewalt aufrufen werde, sagte Arafat: "Ich bin nicht derjenige, der die Gewalt ausgelöst hat. Ich greife die Israelis nicht an."

Er habe seinen Vorschlag erläutert, Uno-Friedenstruppen im Nahen Osten zu stationieren, sagte Arafat. Der Vorstoß hat nur geringe Chancen. Dies könne nur geschehen, wenn beide Seiten dies wollten, sagte Clintons Sicherheitsberater Samuel Berger vor der Begegnung in Washington. Israel hat den Arafat-Vorschlag bereits abgelehnt.

Clinton hoffe, den "Zyklus der Gewalt" zwischen Israelis und Palästinensern durchbrechen zu können, sagte Berger. Außerdem gehe es um mögliche Schritte, den politischen Dialog über eine Friedensregelung wieder aufzunehmen. Am kommenden Sonntag will Clinton in Washington auch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak sprechen.

Berger unterstrich, dass Arafat und Barak "Richtung, Inhalt und Tempo" der Bemühungen bestimmen würden. Clinton wolle in den letzten Wochen seiner Präsidentschaft alles tun, um das Seine beizutragen.