"Kursk" Dritter Rettungsversuch gescheitert
Moskau/Oslo - Die Rettungskräfte der russischen Marine hatten am Morgen versucht, eine bemannte Tiefsee-Kapsel an dem in der Barentssee auf Grund gelaufenen U-Boot anzudocken. Weitere Versuche sollen im Laufe des Tages folgen, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax. Marinesprecher Igor Digalo sagte dem staatlichen Fernsehsender ORT, die Rettungskräfte hofften "verzweifelt" auf Wetterbesserung. Statt dessen werde das Wetter aber wieder schlechter, dies behindere die Rettungsaktion erheblich.
Von der Mannschaft in dem havarierten Atom-U-Boot sind seit Mittwochmorgen keine Lebenszeichen mehr empfangen worden. Die Rettungsschiffe hätten kein einziges akustisches Signal mehr von der "Kursk" Empfangen, meldete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf den Generalstab der Nordmeerflotte. Das Ausbleiben könnte daraufhin deuten, dass die Soldaten nicht mehr in der Lage sind, sich bemerkbar zu machen. Hilfsangebote anderer Staaten hat Russland bislang ausgeschlagen, allerdings sollte laut Interfax der stellvertretende Kommandeur der russischen Marine noch am Mittwoch nach Brüssel fliegen, um mit Vertretern der Nato zu beraten. Die Nato bestätigte diesen Besuch zunächst nicht.
Das Außenministerium in London teilte mit, ein Mini-U-Boot und ein Team von Spezialisten, die man Russland angeboten habe, warteten immer noch auf einem Flughafen in Schottland. Das U-Boot sei bereits an Bord eines Transportflugzeugs, Russland habe aber noch nicht auf das Hilfsangebot geantwortet. Der russische Präsident Putin hat ausländische Hilfe laut Interfax als unnötig abgelehnt.