"Kursk": Trauerfeier abgesagt - DER SPIEGEL
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"Kursk" Trauerfeier abgesagt

Russland trauert um die Opfer des "Kursk"-Untergangs. Die geplante Trauerfeier auf See lehnen die Angehörigen der toten Seeleute allerdings ab. Präsident Wladimir Putin kehrte nach einem Besuch bei den Familienmitgliedern zurück nach Moskau.
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Moskau - Die Familien der Opfer wollten erst die Bergung der "Kursk" und der Toten abwarten, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch einen Offizier in der Marinebasis Widjajewo. Putin hatte bis zum frühen Mittwochmorgen mehr als sechs Stunden mit den Hinterbliebenen gesprochen. Er ordnete für den heutigen Mittwoch Staatstrauer an.

"Man kann nur jemanden aus dem Kommandostab (der russischen Nordflotte) bestrafen, wenn seine konkrete Schuld bewiesen ist", sagte der ganz in schwarz gekleidete Putin vor bis zu 600 Menschen in der nordrussischen Marinebasis Widjajewo. Dort war der Heimathafen der "Kursk", die aus noch ungeklärter Ursache am 12. August gesunken ist. Einige Witwen forderten, die Tauchgänge zur Rettung der Besatzung wieder aufzunehmen.

"Der Schmerz ist unermesslich, die Worte des Trostes reichen nicht aus", sagte der Präsident den Familien. "Das Herz tut weh, doch ihr Herz hat noch mehr Schmerzen", wurde Putin zitiert. Der russische Staat sicherte den Familien der Opfer umfangreiche finanzielle Hilfe zu. Die Hinterbliebenen baten, dass die Leichen unbedingt aus dem Wrack geborgen werden sollten.

Die Versammelten erhoben den Angaben nach zahlreiche Vorwürfe gegen die Führung der Nordflotte. Auch Putin kritisierte den schlechten Zustand der Rettungskräfte in der Flotte. Die russischen Retter hatten mit veraltetem und untauglichem Gerät eine Woche vergeblich versucht, in das Wrack vorzudringen. Tieftaucher aus Norwegen und Großbritannien schafften dies schließlich in einem 30-stündigen Einsatz.