Labour-Parteitag Blairs langer Abschied
Manchester - Tony Blair wird am Nachmittag zum letzten Mal auf einem Labour-Parteitag als Regierungschef zu den Delegierten sprechen. Mit Spannung wird erwartet, ob er sich auf eine Empfehlung für seine Nachfolge festlegen wird. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der amtierende Finanzminister Gordon Brown. Dieser hat gestern bereits zu den Delegierten gesprochen und seine Ansprüche angemeldet.
Nach parteiinternem Zwist hatte sich Blair im vergangenen Monat gezwungen gesehen, seinen Rücktritt innerhalb eines Jahres anzukündigen, um eine innerparteiliche Revolte zu verhindern. Bislang ließ er aber den genauen Termin offen. Kurz vor dem Parteitag rief Blair die Labour-Mitglieder auf, die Debatte über seine Nachfolge zu beenden. Die Partei solle sich wieder auf die Themen konzentrieren, die die Menschen wirklich beschäftigten wie Einwanderung, Terrorismus oder Recht und Ordnung.
Blair hat Labour dreimal in Folge zum Wahlsieg geführt und ist damit so erfolgreich wie kein anderer Partei-Chef der britischen Linken zuvor. Er hat die Partei zur "New Labour" modernisiert und mit einer für Labour-Verhältnisse sehr marktorientierten Wirtschaftspolitik flankiert. Viele Wähler nahmen ihm seine Unterstützung der USA im Irak-Krieg und die Reformen im öffentlichen Dienst übel.
ler/Reuters/dpa