Leichenfund: Iranischer General erhebt Ansprüche - DER SPIEGEL
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Leichenfund Iranischer General erhebt Ansprüche

Britische Soldaten haben im Südirak eine Lagerhalle mit Hunderten menschlichen Überresten entdeckt. Schnell war von einer "Hinrichungsfabrik" die Rede. Ein iranischer General forderte nun die sofortige Überführung der Leichenteile.
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Zubair - Brigadegeneral Mirfeisal Baquerzadeh weiß, wer die Toten sind, die britische Soldaten in der Nähe von Zubair gefunden haben. Seinen Worten zufolge handelt es sich dabei um 200 iranische Soldaten, die im Iran-Irak-Krieg in den Jahren 1980 bis 1988 gefallen sind. Die Leichenteile seien in den vergangenen Monaten im iranisch- irakischen Grenzgebiet gefunden worden. Ihre geplante Überführung sei durch den jetzigen Irak-Krieg verhindert worden. Der General forderte das Internationale Rote Kreuz auf, für eine sofortige Überführung in den Iran zu sorgen.

Der britische Oberst Jack Kemp vermutet dagegen, dass es sich bei den Schädel und Gebeinen um Oper des Golfkrieges 1991 handelt. Die Opfer seien vermutlich hingerichtet worden, sagte Kemp, der als Erster auf das Lager gestoßen war. "Man kann die Spuren von Kopfschüssen erkennen."

Die in 200 Holzsärgen und weiteren 200 Plastiksäcken aufbewahrten Überreste waren zum Teil in Uniformreste eingewickelt. Sie waren ebenso wie die Plastiksäcke mit arabischen Bezeichnungen markiert. Einige der Beschriftungen deuteten auf das Jahr 1985 hin.

Der ehemalige irakische Militärstützpunkt sei in eine Leichenhalle umfunktioniert worden, sagte Kemp. Das Gebäude wurde versiegelt und zum Massengrab erklärt. Die Schädel und Knochenbündel sollen nun von medizinischen Experten untersucht werden. Daraus könnten sich Beweise für mögliche Gräueltaten des irakischen Regimes ergeben, hieß es.

In Großbritannien hatte der grausige Fund bereits für wilde Spekulationen gesorgt. Der "Sunday Mirror" wertete den Fund einer angeblichen "Hinrichtungsfabrik" als Beweis für das Schreckensregime von Saddam Hussein. Der "Independent on Sunday" sprach von einem "mysteriösen Fund". Nach Ansicht der in London ansässigen Exil-irakischen Organisation "Prospect" sind die Toten Opfer von Aufständen gegen Saddam Hussein. "Ich fürchte, dies ist nur die erste von zahlreichen Leichenhallen dieser Art", sagte ihr Vorsitzender Shames am Sonntag.

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