Letzte Pressekonferenz: Bush gesteht Fehler ein - DER SPIEGEL
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Letzte Pressekonferenz Bush gesteht Fehler ein

Das nennt man gesundes Selbstbewusstsein - Präsident Bush hat auf seiner letzten Pressekonferenz erklärt, wie stolz er auf sich selbst ist. Gleichzeitig gab er auch Fehler zu: den "Mission accomplished"-Auftritt ebenso wie das zögerliche Krisenmanagement bei Hurrikan "Katrina".
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Washington - Wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit hat George W. Bush auf seiner letzten Pressekonferenz einzelne politische Fehlentscheidungen eingeräumt. Es sei "ganz klar ein Fehler gewesen", dass er bereits wenige Wochen nach der Invasion im Irak die Mission in seiner "Mission accomplished"-Rede auf einem Flugzeugträger für erfüllt erklärt habe, sagte Bush am Montag bei seiner mutmaßlich letzten Pressekonferenz als Präsident in Washington. Ebenfalls ein Fehler sei seine zögerliche Reaktion auf den Hurrikan "Katrina" gewesen, der 2005 New Orleans überschwemmt hatte.

Scheidender US-Präsident: "Manchmal haben Sie mich unterschätzt"

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Foto: REUTERS

Kritik an seiner Entscheidung zum Einmarsch im Irak wies Bush aber zurück. Dass nach dem Einmarsch anders als erwartet keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden, sei "eine große Enttäuschung" gewesen, sagte Bush. Auch der Skandal um die Misshandlung irakischer Gefangener durch US-Soldaten im Bagdader Gefängnis Abu Ghureib sei für ihn eine Enttäuschung gewesen. "Aber ich weiß nicht, ob man diese Dinge als Fehler bezeichnen kann", sagte Bush. "Lassen Sie es mich so sagen: Manches verlief nicht nach Plan."

"Wenn ich in der Spiegel schaue, bin ich stolz"

Insgesamt aber sei er mit seiner Bilanz zufrieden, sagte Bush trotzig: "Wenn ich nach Texas zurückgehe und dort in den Spiegel schaue, bin ich stolz auf das, was ich sehe." Zugleich wandte sich Bush direkt an die Journalisten und meinte: "Manchmal haben Sie mich unterschätzt."

In seiner Bilanzpressekonferenz ging der scheidende Präsident auf die scharfe innenpolitische Kritik ein, die seinen Abschied begleitet. "In Zeiten des Kriegs werden die Leute emotional, ich verstehe das", sagte er. "Ich weiß aber nicht, warum manche Leute feindselig sind." Bush räumte aber ein, dass er durch seine Entscheidungen Kontroversen provoziert habe. "Präsidenten können sich vor schwierigen Entscheidungen und Kontroversen drücken, das ist aber nicht meine Art", sagte er. "Ich war bereit, harte Entscheidungen zu treffen."

Seinem Nachfolger Barack Obama, der am Dienstag kommender Woche vereidigt werden soll, wünschte Bush alles Gute. Seine Wünsche verband er mit einer Warnung vor der anhaltenden Gefahr durch den Terrorismus. "Die drängendste Gefahr, mit der er (Obama) zu tun haben wird, ist ein Angriff auf unser Land", sagte Bush. "Ich wünschte, ich könnte etwas anderes berichten, aber es gibt da draußen immer noch einen Feind, der Amerikanern Schaden zufügen will."

Bush verteidigte auf der Pressekonferenz außerdem seine wirtschaftspolitische Bilanz. Er erinnerte daran, dass die Konjunktur bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren ebenfalls in der Krise gewesen sei. "Ich habe damals eine Rezession geerbt, nun hinterlasse ich eine Rezession", sagte Bush.

als/AFP/dpa