Libanon Annan fordert Ende der Blockade
New York/Beirut - Die Hilfe für die Menschen im Libanon kommt nach Angaben der UN nicht richtig in Gang. Verhindert werde diese durch die von Israel verhängte Luft- und Seeblockade, argumentierte UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York und forderte Israel zu einer sofortigen Aufhebung der Blockade auf. Hunderttausende Libanesen müssten dringend mit Hilfsgütern versorgt werden, sagte Annan.
Ähnlich hatte am Freitag auch die Beigeordnete Generalsekretärin für humanitäre Angelegenheiten der UN, Margareta Wahlstrom, gegenüber dem UN-Sicherheitsrat argumentiert. Die enormen Schäden an Straßen und Brücken durch israelische Luftangriffe stellten das größte Hindernis für Hilfslieferungen dar.
Zwar seien innerhalb der ersten Tage nach Beginn der Waffenruhe Fortschritte bei der Versorgung der Menschen erreicht worden. Massive Probleme, die Bedürftigen zu erreichen, verhinderten jedoch eine schnellere Hilfe.
Schätzungsweise 200.000 Menschen seien in die schwer beschädigten Vororte Südbeiruts zurückgekehrt, weitere 200.000 Menschen in den Süden des Landes. Der vollständige und ungehinderte Zugang zu allen Transportmitteln auf direktem Weg sei entscheidend für Hilfslieferungen, sagte Wahlstrom.
Kampfjets über Bekaa
Allerdings, berichtete Wahlstrom dem Sicherheitsrat, erhalte mittlerweile eine steigende Anzahl von Schiffen die Genehmigung, die Blockade zu passieren, um Hilfsgüter und Treibstoff in den Hafen von Tyrus zu bringen. Die israelischen Streitkräfte kündigten jedoch an, die Blockade aufrecht zu erhalten, um Waffenlieferungen an die Hisbollah-Miliz zu unterbinden.
Demonstrativ flogen sowohl am Freitag, als auch am frühen Samstagmorgen israelische Kampfjets über dem Bekaa-Tal im Osten des Libanon. Angeblich, hatte eine private Radiostation berichtet, sei es dabei zu Luftangriffen gekommen, was aber bisher nicht bestätigt werden konnte. Bei den Überflügen am Freitag soll es zum Abschuss von Luftabwehrraketen gegen die Jets gekommen sein.
Die israelischen Streitkräfte unterstrichen derweil, Israel habe seit Inkrafttreten des Waffenstillstands am Montag den Libanon nicht mehr angegriffen. Das Bekaa-Tal liegt in der Nähe der Stadt Baalbek, einer Hochburg der Hisbollah-Miliz.
pat/AP