Libanon: Explosion in Industriegebiet von Beirut - DER SPIEGEL
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Libanon Explosion in Industriegebiet von Beirut

In einem Vorort Beiruts hat sich eine schwere Explosion ereignet. Krankenwagen fuhren mit heulenden Sirenen in das Industriegebiet des vorwiegend von Christen bewohnten Dikweneh. Nach der Explosion stand eine Holzfabrik in Flammen. Mindestens drei Menschen wurden verletzt.
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Beirut - Über dem östlichen Vorort Dikweneh stieg nach der Explosion eine große Rauchwolke auf. Ein Gebäude in einem Industriegebiet ging nach einer lauten Explosion in Flammen auf. Ein Militärsprecher erklärte, drei Menschen seien verletzt worden. Nach Berichten arabischer Sender detonierte in dem in der Nähe des christlichen Vororts Dikweneh gelegenen Industriegebiet eine Autobombe. Nach Angaben des Militärsprechers stand nach der Explosion eine große Holzfabrik in Flammen. Wegen des starken Feuers sei es schwierig zu sagen, was die Ursache gewesen sei, sagte er weiter.

In der vergangenen Woche hatten zwei Bombenanschläge von Christen bewohnte Gegenden im Libanon erschüttert. Bei den Terroranschlägen waren zwei Menschen getötet und mehr als zehn verletzt worden.

Die Bombenserie weckt Befürchtungen, dass es im Libanon erneut zu einem Bürgerkrieg zwischen den Angehörigen der unterschiedlichen Religionsgemeinschaften kommen könnte. Bei den blutigen Auseinandersetzungen in den Jahren 1975 bis 1990 waren mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen.

Anlass für die neuerlichen Unruhen im Libanon war ein Attentat auf den früheren libanesischen Premierminister Rafik Hariri Mitte Februar. Nach dem Autobombenanschlag im Zentrum Beiruts, bei dem der moderat syrienkritische Hariri ums Leben gekommen war, waren hunderttausende Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die syrische Besatzung und die pro-syrische libanesische Regierung zu demonstrieren. Die Opposition macht das Nachbarland Syrien für den Anschlag auf Hariri verantwortlich.

In den vergangenen Wochen war es in Beirut immer wieder zu Massendemonstrationen sowohl der Opposition wie auch der pro-syrischen Hisbollah gekommen.

Noch am Samstagnachmittag hatte die Opposition einen Rücktritt des pro-syrischen Sicherheitschefs gefordert. Eine gewissenhafte Aufklärung des Hariri-Mordes sei mit den pro-syrischen Sicherheitskräften nicht denkbar. "Es ist nicht möglich, gerechte, ernsthafte, eindeutige und transparente Ermittlungen zu führen, wenn die Chefs der Sicherheitsdienste auf ihren Posten bleiben", sagte der führende Oppositionelle und Drusen-Chef Walid Dschumbaltt. "Wir haben immer wieder vor einem Sicherheitsstaat gewarnt", sagte er.

Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen hatte bereits am Donnerstag internationale und unabhängige Ermittlungen zum Mord an al-Hariri gefordert. Die Untersuchungen der libanesischen Behörden seien voller Fehler und könnten zu keinem glaubwürdigen Ergebnis führen, urteilte die Kommission.