Libanon Hisbollah-Proteste legen Beirut lahm
Beirut - Schlägereien, vereinzelte Schusswechsel, brennende Barrikaden: In der libanesischen Hauptstadt ist es am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Anhängern der antisyrischen Regierung und der Opposition gekommen.
Das berichteten Augenzeugen und der Sender Future TV, der dem mit Regierungschef Fuad Siniora verbündeten Abgeordneten Saad Hariri gehört. Bei der Explosion einer Blendgranate wurde Sicherheitskreisen zufolge ein Mensch leicht verletzt.
Zuvor hatte die Opposition unter Führung der proiranischen Hisbollah mit Sandsackbarrikaden und brennenden Autoreifen auf den Straßen das öffentliche Leben in der Hauptstadt praktisch lahmgelegt.
Die Hisbollah hatte sich einem Generalstreik angeschlossen, zu dem die Gewerkschaften aus Protest gegen Preissteigerungen aufgerufen hatten. Eine geplante Kundgebung sagte die Gewerkschaft in letzter Minute ab, nachdem Anhänger der Opposition und Sympathisanten der Regierung in einigen Vierteln der Hauptstadt aneinandergeraten waren.
"Unsere Forderungen sollen nicht für parteipolitische Zwecke ausgeschlachtet werden und wir wollen Gewalt auf den Straßen vermeiden", sagte ein Gewerkschaftsmitglied. Zuvor hatte jemand im Gedränge im Viertel Corniche al-Mazraa eine Schockgranate gezündet, durch die drei Zivilisten und zwei Soldaten leicht verletzt worden waren. Die Armee bot Tausende von Soldaten auf, um größere Gewaltausbrüche während des Streiks zu verhindern.
Der Aufruhr erinnert an die gewaltsamen Proteste vor einem Jahr, die das Land an den Rand eines Bürgerkriegs trieben.
Nach einem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Sommer 2006 haben die Vereinten Nationen der Hisbollah verboten, sich wieder aufzurüsten. Zur Kontrolle des Waffenstillstands patrouillieren vor der libanesischen Küste auch rund 600 Bundeswehrsoldaten.
hen/dpa/Reuters