Libanon Israel will Blockade fortsetzen
Hamburg - Israels Verteidigungsminister Amir Perez betonte allerdings nach einem Treffen mit Annan, Israel hoffe, die Blockade bald beenden zu können. Trotz des 14. August in Kraft getretenen Waffenstillstands hält Israel die Blockade aufrecht, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu verhindern. Das Land verstößt damit gegen die Uno-Resolution 1701, die eine Aufhebung der Blockade vorsieht.
Annan zeigte sich zuversichtlich, bis Freitag 5000 Blauhelme im Südlibanon zu stationieren. Die Uno hoffe, ihre derzeit 2500 Mann starke Truppe zu verdoppeln, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen in Jerusalem. Zuvor machte er sich bei einem Besuch im Südlibanon ein Bild von den Zerstörungen nach den vierwöchigen Kämpfen.
Über den geplanten Bundeswehreinsatz in der Uno-Friedenstruppe gibt es indes noch keine Klarheit. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte heute in Berlin an, dass das Kabinett darüber in einer Sondersitzung am kommenden Montag entscheiden werde. Voraussetzung sei aber eine genaue Kenntnis der Einsatzplanung und eine Anforderung der libanesischen Regierung.
Verteidigungsminister Franz Josef Jung will mehr Schiffe entsenden als bisher angenommen. "Die Küste ist 220 Kilometer lang. Wenn Waffenschmuggel unterbunden werden soll, dann reicht dazu nicht eine Fregatte", sagte er. "Ich gehe davon aus, dass derzeit ein breiteres Angebot notwendig ist zur Herstellung einer maritimen Task Force als die Zahlen, die ich bisher in der Öffentlichkeit gelesen habe." Die endgültige Größe des Einsatzes hänge allerdings davon ab, "was die libanesische Regierung beantragt."
Die italienische Marine zog heute bei Brindisi Schiffe zusammen, die Soldaten und Flugzeuge in den Libanon bringen sollen. Das Kabinett in Rom hatte am Montag die Entsendung von 2500 Mann beschlossen. Das Parlament muss dem zwar noch zustimmen, doch werden eine Reihe von Schiffen bereits in Marsch gesetzt.
Letztlich sollen 15.000 Uno-Soldaten, darunter bis zu 6900 Europäer, die libanesischen Streitkräfte unterstützen, die zur Sicherung des Waffenstillstands zwischen Israel und der Hisbollah 15.000 Mann ins Grenzgebiet verlegen wollen. Eine spanische Marineeinheit wurde am Dienstag ebenfalls auf einen baldigen Einsatz im Libanon vorbereitet. Frankreich will seinen derzeitigen Beitrag von 400 Soldaten an der Unifil auf insgesamt 2000 Mann aufstocken.
Die schwedische Regierung äußerte unterdessen die Hoffnung, dass bei der für Donnerstag in Stockholm geplanten Geberkonferenz für den Libanon rund 500 Millionen Dollar (390 Millionen Euro) zusammenkommen würden. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) erklärte, tausende Libanesen könnten auch nach Beendigung der Kämpfe noch nicht in ihren Häusern leben, da diese zu stark zerstört seien. Die meisten der rund eine Million Flüchtlinge seien jedoch wieder nach Hause zurückgekehrt.
bri/dpa/AP/AFP