Libanon Mehrere Opfer nach Explosion in christlicher Stadt
Beirut - Das libanesische Rote Kreuz berichtete, die Explosion habe sich nahe einem Supermarkt und einer Kirche in der 20 Kilometer nördlich von Beirut gelegenen, überwiegend von Christen bewohnten Stadt ereignet. Es sei erheblicher Sachschaden entstanden. Die Polizei wollte nicht sagen, ob eine Bombe oder ein mit Sprengstoff präpariertes Auto explodierte.
In dem betroffenen Wohnviertel befindet sich nach Angaben aus Dschunieh ein Büro der Anhänger von General Michel Aoun. Der christliche Politiker hatte bis 1989 mit seinen Milizen einen Krieg gegen Syrien geführt. Im Jahr 1990 musste er der syrischen Armee weichen und flüchtete zunächst in die französische Botschaft in Beirut. Nach 14 Jahren Exil in Paris will er an diesem Samstag in sein Heimatland zurückkehren.
Die Familie eines in unmittelbarer Nähe wohnenden Oppositionspolitikers teilte mit, von ihr sei niemand zu Schaden gekommen. Bei der Toten handelt es sich nach Angaben des Roten Kreuzes um eine Hausangestellte aus Sri Lanka. Unter den Verletzten seien drei ägyptische Arbeiter.
Nach der Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri am 14. Februar waren bei zahlreichen Bombenanschlägen im Libanon drei Menschen ums Leben gekommen. In den vergangenen Wochen blieb die Lage jedoch ruhig. Am 29. Mai wird im Libanon ein neues Parlament gewählt.