Libanon Raketenanschlag auf Fernsehsender
Beirut - Verletzt wurde niemand. In unmittelbarer Nähe des Senders befindet sich die saudiarabische Botschaft.
Ein Studio von Future TV sei weitgehend ausgebrannt, teilten die Behörden mit. Der Sendebetrieb wurde am Sonntag aber aufrechterhalten. In dem Gebäude im Westen Beiruts ist auch der Rundfunksender Orient Radio untergebracht, der ebenfalls Hariri gehört. Zu der Tat bekannte sich die bislang unbekannte Gruppe Ansar Allah. In einem Schreiben an Future TV kündigte die Organisation weitere Anschläge an.
Hariri verurteilte nach einem Besuch in dem ausgebrannten Studio die Tat als Angriff gegen die Stabilität Libanons. Innenminister Elias Murr sagte, man verdächtige ein Terrornetzwerk, das in den vergangenen Monaten bereits mehrere Anschläge gegen amerikanische Fast-Food-Restaurants sowie andere Ziele in Beirut und Nordlibanon verübt habe.
Informationsminister Michel Samaha sprach von einer Drohbotschaft, die sich nicht nur gegen Future TV gerichtet habe. Der Anschlag erinnere "an Tragödien der Vergangenheit", sagte er: Im Bürgerkrieg von 1975 bis 1990 wurden die libanesischen Medien, die als relativ unabhängig und frei gelten, wiederholt Ziel von Anschlägen.