Libanon Straw droht Syrien mit Isolierung
Damaskus - Assad hatte gestern in Riad mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Abdullah über die Lage im Libanon beraten. Das Gespräch sei "fruchtbar" gewesen, die Ergebnisse würden "schon bald erkennbar" sein, zitierte die arabische Zeitung "Al-Hayat" den saudischen Außenminister Saud al-Faisal. Kronprinz Abdullah habe den syrischen Präsidenten dazu gedrängt, den internationalen Forderungen nach einem sofortigen Truppenrückzug aus dem Libanon nachzukommen. Ansonsten würde es Schwierigkeiten im Verhältnis zwischen beiden Ländern geben.
Den Abzug der syrischen Truppen forderte auch der britische Außenminister Jack Straw. Ein Verbleib der Truppen hätte eine internationale Isolierung Syriens zur Folge. Wenn Syrien seine Soldaten aus dem Nachbarland abziehe, könne es "in den Schoß der internationalen Gemeinschaft zurückkehren". Andernfalls "werden sie wirklich wie ein Paria behandelt, nicht nur vom Westen, sondern auch von den meisten ihrer arabischen Nachbarn", sagte Straw heute in einem Interview des britischen Rundfunksenders BBC.
Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats hätten in informellen Gesprächen die Entsendung weiterer Friedenstruppen in den Libanon erörtert, sagte Straw. Diese könnten den stufenweisen Abzug syrischer Soldaten überwachen. Bereits jetzt sind Uno-Soldaten im Südlibanon stationiert. Ein militärisches Vorgehen gegen Syrien schloss Straw aus. In keinerlei Hinsicht gebe es derartige Pläne, versicherte der britische Außenminister.
Syrien hat noch rund 14.000 Soldaten im Libanon stationiert und gilt dort bislang als Ordnungsmacht. Am Rande eines Treffens der Außenminister der Arabischen Liga in Kairo wurde bekannt, Syrien wolle seine Truppen aus dem Libanon nur im Gegenzug für Friedensverhandlungen mit Israel abziehen. Ein arabischer Diplomat sagte, Damaskus wolle etwa 3000 Soldaten "auf unbestimmte Zeit" im Libanon belassen. Seit dem Attentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri Mitte Februar haben sich die Forderungen nach einem Abzug der Syrer verstärkt. Syrien hat Vorwürfe der libanesischen Opposition zurückgewiesen, hinter dem Anschlag zu stehen.