Libanon USA wollen Hisbollah einbinden
New York - Zusammen mit Frankreich und den Vereinten Nationen bemühten sich die USA um eine Normalisierung des Verhältnisses zur Hisbollah-Miliz , berichtet die "New York Times". Die USA hätten widerwillig anerkannt, dass die Miliz die westlichen Bestrebungen nach einem Abzug syrischer Truppen aus dem Libanon blockieren könnte. "Die Regierung würde der Hisbollah-Miliz nur ausgesprochen ungern eine politische Rolle im Libanon einräumen, aber eben diesen Weg hat sie eingeschlagen", sagte ein Regierungsvertreter der Zeitung. Hisbollah trage "amerikanisches Blut" an ihren Händen, fügte der Regierungsvertreter hinzu und verwies auf ein Bombenattentat von 1983 in Beirut, bei dem mehr als 200 US-Soldaten ums Leben gekommen waren.
Die USA und Frankreich hätten erkannt, dass man die Schiiten gegen sich in Stellung bringe, wenn man gegen die Hisbollah-Miliz vorgeht. "Bei Wahlen im Libanon will man nicht die gesamten Schiiten gegen sich haben", sagte der Regierungsvertreter. Die USA hätten die französische Sichtweise akzeptiert, wonach die Hisbollah vor allem als Partei anzusehen sei, berichtet die "New York Times".
Die Hisbollah hat einen militärischen und einen politischen Flügel. Neben ihrer rund 20.000 Mann starken Miliz verfügt sie über 13 Sitze im libanesischen Parlament. Erst vorgestern hatte die Hisbollah ihre Stärke unter Beweis gestellt. Mehr als 900.000 Menschen hatten an dem Tag nach einem Hisbollah-Aufruf im Stadtzentrum der libanesischen Hauptstadt Beirut gegen den Abzug syrischer Truppen demonstriert.