Liberia Blutbad in der Kirche
Monrovia - Nach Angaben des Pfarrers wurden etwa 55 Personen zum Teil schwer verletzt. Das Kirchengelände auf einem Hügel vor dem Hafen sei von fünf Granaten getroffen worden. Eine sechste sei direkt in das Kirchenschiff eingeschlagen und unter den schlafenden Flüchtlingen explodiert. Anlieger hatten zunächst von 15 Toten gesprochen.
Es war der zweite tödliche Angriff binnen zwei Tagen auf ein Gebäude, in dem Zivilpersonen Zuflucht suchten. Pfarrer Michael Chea sagte, in der Kirche seien 5000 bis 6000 Flüchtlinge untergebracht. Nachbarn berichteten, die Granaten seien aus dem von den Rebellen gehaltenen Hafen abgefeuert worden.
Am Freitag wurden bei den seit Tagen blutigsten Gefechten um Monrovia mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Vor einer Woche starteten die Rebellen ihre neue Offensive, um den wegen Kriegsverbrechen angeklagten Präsidenten Charles Taylor außer Landes zu treiben. Die Nahrungsmittel in der Stadt werden knapp, und Zigtausende Flüchtlinge im Fußballstadium in der Innenstadt leiden unter Hunger und Cholera.
US-Präsident George W. Bush hatte gestern die Entsendung von Kriegsschiffen vor die Küste Liberias an. Damit soll die seit Wochen angekündigte westafrikanische Friedenstruppe unterstützt werden. Die Rolle der USA werde aber begrenzt sein, hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.