Libyen: Sigmar Gabriel besucht den Krisenstaat - DER SPIEGEL
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Reise des Außenministers Gabriel besucht Krisenstaat Libyen

Die Reise war bis zur Ankunft geheim gehalten worden, nun ist Sigmar Gabriel in Libyen eingetroffen. Der Außenminister sagte der politisch geschwächten Übergangsregierung mehrere Millionen Euro Flüchtlingshilfe zu.
Gabriel steigt aus Bundeswehr-Transallmaschine in Tripolis aus
Gabriel steigt aus Bundeswehr-Transallmaschine in Tripolis aus

Gabriel steigt aus Bundeswehr-Transallmaschine in Tripolis aus

Foto: Florian Gärtner/ photothek.net/ Auswärtiges Amt/ DPA
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Ein Land, drei Regierungen: Libyen ist ein gescheiterter Staat - und für Europa dennoch von zentraler Bedeutung. Von der libyschen Küste aus kommt der größte Teil der Flüchtlinge aus Afrika über das Mittelmeer.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) ist deshalb am Donnerstagmorgen zu einem Besuch in dem nordafrikanischen Land eingetroffen. Er führt dort Gespräche mit der international anerkannten Übergangsregierung und will sich über die Flüchtlingslage informieren. Gabriel sagte der Administration in Tripolis Hilfsgelder in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu.

Das "Ziel ist es, uns - gemeinsam mit den Libyern - gegen den Sog der Instabilität zu stemmen", sagte Gabriel nach seiner Ankunft in der Hauptstadt. "Nur dann besteht eine Chance auf eine Beruhigung der Kampfhandlungen und - mittelfristig - auf Ordnung und Staatlichkeit."

Mittelmeermigration steigt an

Seit dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen Bürgerkriegschaos. Schleuserbanden nutzen diese Situation und die Not der Menschen aus.

Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen von Libyen aus rund 60.000 Menschen nach Europa - 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Etwa 1700 Flüchtlinge ertranken in dieser Zeit auf dieser Mittelmeerroute.

Aus Sicherheitsgründen wurde der Besuch Gabriels deshalb bis zur Ankunft geheim gehalten. Der Außenminister flog mit einer Transportmaschine der Bundeswehr vom sizilianischen Militärstützpunkt Sigonella nach Tripolis. Da es keine regulären internationalen Truppen in Libyen gibt, gilt der Besuch als besonders gefährlich. Auch fast alle internationalen Organisationen haben das Land verlassen; die meisten Botschaften in Tripolis sind geschlossen.

Die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch hat kaum Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis hinaus. Sie konkurriert mit einer selbst ernannten "Regierung der nationalen Rettung" um die Macht. Hinzu kommt der umstrittene, aber militärisch mächtige General Chalifa Haftar, der die Unterstützung des Parlaments in Ost-Libyen hat und immer weiter in Richtung Tripolis marschiert.

dop/dpa

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