Libyen: Bewaffnete stürmen Parlament - DER SPIEGEL
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Schießerei in Tripolis Bewaffnete verhindern Wahl des libyschen Regierungschefs

Eine Gruppe von bewaffneten Männern hat in Tripolis das Parlament gestürmt. Wegen einer Schießerei vor dem Gebäude wurde die Wahl des Ministerpräsidenten verschoben. Die Abgeordneten flohen über einen Hinterausgang.
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Tripolis - Bewaffnete Männer sind am Dienstag ins libysche Parlament eingedrungen und haben die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten verhindert. Nach Angaben von Abgeordneten wurde die Arbeit des Parlaments ausgesetzt und die Wahl auf kommende Woche verschoben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Lana wurde die Abstimmung auf Sonntag vertagt.

Nach Darstellung mehrerer Abgeordneter ging der bewaffnete Angriff von einer Gruppe aus, die befürchtete, der von ihr unterstützte Kandidat könne bei der Abstimmung unterliegen. Verletzte gab es nach einem Bericht des libyschen Fernsehsenders "Al-Ahrar" nicht. Abgeordnete seien durch den Hinterausgang des Parlaments geflüchtet.

Zur Wahl für den Posten des Ministerpräsidenten traten in der zweiten Runde zwei Kandidaten an: Achmed Miitig, Geschäftsmann aus der westlichen Stadt Misrata, und Omar al-Hassi, Hochschullehrer aus dem östlichen Bengasi, hatten in der ersten Runde die meisten Stimmen erhalten.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 durch einen Militäreinsatz der Nato kämpft Libyen mit Abspaltungstendenzen im Osten sowie mit ehemaligen Rebellengruppen, die sich weigern, ihre Waffen niederzulegen.

Übergangsregierungschef Abdullah al-Thinni hatte vor zwei Wochen seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er und seine Familie waren zuvor von Milizen bedroht worden. Al-Thinni war der Nachfolger von Ministerpräsident Ali Seidan, der im März von einer Parlamentariergruppe unter Führung der Muslimbrüder per Misstrauensvotum entmachtet worden war.

heb/Reuters/dpa/afp