Libyen: IS-Attentate auf internationale Botschaften - DER SPIEGEL
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Terrorgruppe "Islamischer Staat" Attentate auf mehrere Botschaften in Libyen

Bei Anschlägen auf zwei Botschaften in Tripolis sind zwei Menschen gestorben. Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" bekannte sich zu den Attentaten. Die westlichen Außenminister haben zu einem Ende der Gewalt in Libyen aufgerufen.
Einschusslöcher am Wachhaus vor der südkoreanischen Botschaft: Zwei Tote bei Anschlägen
Einschusslöcher am Wachhaus vor der südkoreanischen Botschaft: Zwei Tote bei Anschlägen

Einschusslöcher am Wachhaus vor der südkoreanischen Botschaft: Zwei Tote bei Anschlägen

Foto: Str/ dpa
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Bei einem Anschlag auf die südkoreanische Botschaft in Libyen sind am Sonntag zwei Menschen getötet worden. Der libysche Ableger der Terroristengruppe "Islamischer Staat" (IS) übernahm die Verantwortung.

Ein Wachmann und ein Passant wurden getötet, als die Attentäter aus einem vorbeifahrenden Auto auf das südkoreanische Botschaftsgebäude schossen. Ein weiterer Wachmann erlitt schwere Verletzungen. Am Montag ließen die Extremisten vor der marokkanischen Botschaft in Tripolis eine Bombe explodieren. Bei der Explosion vor dem Eingang gab es keine Verletzten. Marokko vermittelt in dem Konflikt in Libyen.

Dort gibt es keine stabile Regierung. Zwei miteinander konkurrierende Gruppen beanspruchen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 die Macht in dem nordafrikanischen Land: Vergangenen Sommer eroberten islamistische Milizen die Hauptstadt Tripolis und bildeten dort ein eigenes Parlament. Sie ringen mit der international anerkannten Regierung im Osten des Landes um die Kontrolle wichtiger Städte und der Öllagerstätten.

Die Außenminister der USA und mehrerer EU-Länder haben zu einer bedingungslosen Waffenruhe in Libyen aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die Beteiligten sollten die Gelegenheit nutzen, "um Vereinbarungen über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit zum Abschluss zu bringen und Vereinbarungen für eine bedingungslose Waffenruhe zu treffen."

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach sich für eine friedvolle Einigung aus. Die Konfliktparteien müssten außerdem Luftangriffe und Bodenoffensiven sofort zu beenden. Gegen Akteure, die Frieden und Stabilität in Libyen bedrohten, könnten die Vereinten Nationen Sanktionen verhängen.

Bei einer ersten Verhandlungsrunde Mitte März hatten sich mehrere libysche Konfliktparteien in einer gemeinsamen Erklärung für ein Ende der Kämpfe in ihrem Land ausgesprochen. Am Montag wollen sie die Verhandlungen in Algier fortsetzen.

kry/dpa