Libyen-Konflikt: Frankreich will keine Waffen an Rebellen liefern - DER SPIEGEL
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Libyen-Konflikt Frankreich will keine Waffen an Rebellen liefern

Die französische Regierung zeigt sich erstaunt über Italiens Ankündigung, die libyschen Rebellen mit Waffen zu versorgen - und schließt eigene Lieferungen vorerst aus. Die Kämpfe zwischen Gaddafi-Truppen und Aufständischen dauerten am Montag unvermindert an.
Rebellen nach Kämpfen bei Adschdabija (am Montag): Keine Waffen aus Frankreich
Rebellen nach Kämpfen bei Adschdabija (am Montag): Keine Waffen aus Frankreich

Rebellen nach Kämpfen bei Adschdabija (am Montag): Keine Waffen aus Frankreich

Foto: Rodrigo Abd/ AP
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London/Berngasi/Genf - Frankreich folgt nicht Italiens Beispiel: Die Regierung in Paris hat Waffenlieferungen an die libyschen Aufständischen zum derzeitigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Es sei derzeit "nicht die Absicht der französischen Regierung, Waffen an wen auch immer in Libyen zu liefern", sagte der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet am Montag in London.

Er sei zudem "sehr erstaunt" über die Erklärung des oppositionellen Übergangsrats in Libyen von Wochenende, dass Italien die Rebellen "sehr bald" mit Waffen beliefern werde. Das hatte der Rat am Wochenende erklärt. Das italienische Außenministerium hatte daraufhin erklärt, Italien werde den Rebellen nur "Material zur Selbstverteidigung" im Rahmen der Uno-Resolution zu Libyen zur Verfügung stellen.

Misurata weiter unter Beschuss

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi führten auch am Montag zu keinen entscheidenden Ergebnissen: Besonders die Hafenstadt Misurata und die Front bei Adschdabija waren Schauplatz von Gefechten.

Die Rebellenarmee kommt seit Wochen nicht aus der Gegend um Adschdabija heraus, um sich zum strategisch wichtigen Ölhafen Brega vorzuarbeiten. Hunderte Rebellen zogen sich am Nachmittag vorübergehend von der Front an einen Kontrollpunkt außerhalb von Adschdabija zurück. Auf einigen ihrer Fahrzeugen waren Maschinenpistolen befestigt. Die Aufständischen gaben Schüsse in die Luft ab, während sie riefen und tanzten. Laut ihren Angaben sei ihnen gesagt worden, die Nato werde Luftangriffe auf die Streitkräfte Gaddafis durchführen. Über die Zahl der Todesopfer der jüngsten Gefechte war zunächst nichts Genaueres bekannt.

In Misurata nahmen Gaddafi-Truppen laut Augenzeugen ein nördliches Stadtviertel unter Beschuss. Nato-Luftangriffe hätten Ziele am Südrand der Stadt getroffen, sagte ein Kämpfer. Dort hielten sich viele Truppen Gaddafis auf, nachdem die Rebellen sie zurückgedrängt hätten.

Rotes Kreuz befürchtet Missbrauch seines Symbols

Die Kämpfe in Misurata bedrohten nach Angaben des Kämpfers das Hafengebiet der Stadt - einige Hilfsschiffe könnten wegen der Gefechte nicht anlegen. Dennoch konnte nach Angaben des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes am Montag zum ersten Mal seit fünf Tagen wieder ein Schiff mit medizinischen Gütern und Babynahrung in Misrata anlegen.

Die Hilfsorganisation hat zudem die angebliche Verwendung seines Zeichens durch Kämpfer in Libyen verurteilt. Man sei "besorgt über die jüngsten Anschuldigen, dass die Zeichen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes für militärische Ziele verwendet werden", hieß es in einer Erklärung.

Genauere Angaben zu den Anschuldigungen machte das Rote Kreuz nicht. Ein Sprecher der libyschen Rebellen hatte jedoch am Samstag erklärt, ein weißer Helikopter, den Regierungstruppen mit einem Logo des Roten Kreuzes getarnt hätten, habe im Hafen der belagerten Stadt Seeminen abgeworfen .

fdi/dapd/AFP