Lockerbie-Prozess: Einmal Lebenslang, ein Freispruch - DER SPIEGEL
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Lockerbie-Prozess Einmal Lebenslang, ein Freispruch

Mehr als zwölf Jahre ist der Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug über der schottischen Ortschaft Lockerbie her. Nach einem Mammutprozess wurden heute die Urteile gegen die Angeklagten gesprochen.
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Kamp Zeist - Das Gericht verurteilte den 48 Jahre alten Abdel Bassit Ali el Mekrahi zu lebenslanger Haft, weil er verantwortlich für den Bombenanschlag vom 21. Dezember 1988 ist. Die Richter bestimmten gleichzeitig, dass Mekrahi mindestens 20 Jahren der Strafe im Gefängnis verbüßen muss. Der Verurteilte kann binnen 14 Tagen Berufung einlegen. Ein mitangeklagter Libyer, Amin Chalifa Fuheima, 44, wurde freigesprochen und sofort auf freien Fuß gesetzt.

Die Ankläger hatten beiden Männerm vorgeworfen, in Malta den Koffer mit der Bombe aufgegeben zu haben, der später in der Maschine der Fluggesellschaft PanAm über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodierte. Bei dem Anschlag kamen alle 259 Insassen und elf Menschen am Boden ums Leben. Laut Anklage sollen Mikrahi und Fuheima Agenten des libyschen Geheimdienstes gewesen sein, und in Malta getarnt als Mitarbeiter der libyschen Fluggesellschaft LAA gearbeitet haben.

Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Ihre Verteidiger haben in ihrem Abschlussplädoyer vor allem versucht, Zweifel an der Version der Anklage zu wecken, dass der Koffer in Malta aufgegeben worden sei. Anwalt William Taylor hatte auf die seinerzeit unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen von Frankfurt am Main verwiesen und versucht nachzuweisen, dass die Bombe erst dort aufgegeben worden sein könnte. Die Verteidigung vermutete eine radikale Palästinensergruppe als Drahtzieher des Anschlags.

Der Prozess fand vor einem schottischen Gericht auf dem Luftwaffenstützpunkt Camp Zeist in den Niederlanden statt. Nur unter diesen Bedingungen hatte sich Libyen bereitgefunden, die beiden Angeklagten auszuliefern.

Gegen Libyen war nach dem Anschlag wegen angeblicher Verstrickung in den internationalen Terrorismus ein Wirtschaftsembargo verhängt worden. Die Uno und die EU haben die Sanktionen nach Auslieferung der beiden Angeklagten ausgesetzt. Die USA haben sie hingegen vor kurzem bis August verlängert.