Luftangriffe Operation Falludscha geht weiter
Falludscha/Bagdad - Nach Angaben des Krankenhauses in Falludscha wurden seit gestern in der Stadt sechs Iraker getötet und 13 verletzt. Das US-Militär begründete die Festnahme des Chefunterhändlers, Scheich Chalid Hammud al-Dschumaili, des Polizeichefs und von zwei weiteren Polizeioffizieren zunächst nicht. Der Mudschahedin-Rat hatte gestern Verhandlungen mit der irakischen Übergangsregierung abgebrochen, nachdem Übergangspremier Ijad Alawi am Mittwoch ultimativ die Auslieferung des jordanischen Terrorplaners Abu Mussab al-Sarkawi gefordert hatte. Sarkawi wird vom US-Militär und von der Übergangsregierung in Falludscha vermutet. Auf sein Konto gehen zahlreiche blutige Anschläge sowie Entführungen und Enthauptungen von Ausländern.
Die Operation in Falludscha diene dazu, "die Vorbereitung von Terroranschlägen zu unterbinden", hieß es in einer Erklärung des US-Militärs in Bagdad. Luftangriffe zerstörten nach dieser Darstellung in der Nacht strategische Ziele von Sarkawis Terrornetz, darunter eine Kommandozentrale, zwei Planungszentralen, ein Waffenlager und zwei Verstecke.
Vor einer Polizeistation im Südwesten Bagdads explodierte heute zu Beginn des Fastenmonats Ramadan eine Autobombe. Nach US-Angaben wurden zehn Zivilpersonen getötet, nach Angaben des irakischen Innenministeriums starb nur eine Person. Krankenhäuser berichteten, es seien elf Verletzte eingeliefert worden, darunter viele in kritischem Zustand.
Ersten Ermittlungen zufolge war der Wagen mit 150 Kilogramm Sprengstoff beladen, als er im Bezirk al-Jarmuk explodierte. Ein US-Kommandeur berichtete, unter den Toten seien vier Arbeiter eines nahe gelegenen Palmengartens sowie eine Familie, deren Auto von der Bombe zerrissen wurde. Unter den Verletzten seien vier irakische Polizisten, deren Konvoi der Anschlag offensichtlich gegolten habe.
Ein ähnlicher Anschlag im nordirakischen Mossul hatte einen US-Konvoi zum Ziel. Ein Iraker starb, fünf weitere wurden verletzt, sagten Augenzeugen.