Französische Außenpolitik Kampf gegen den Terrorismus hat höchste Priorität
Emmanuel Macron im Élysée-Palast in Paris.
Foto: Yoan Valat/ dpaDie Bekämpfung der Terrormiliz IS, ein Europa nach dem Brexit und Klimaschutz - Emmanuel Macron hat bei einem jährlichen Treffen mit französischen Botschaftern die Leitlinien seiner Außenpolitik vorgestellt.
Die Stabilisierung des Iraks und Syriens und die Rückkehr zum Frieden seien von "vitalem Interesse" für Frankreich. Den IS bezeichnete er als "unseren Feind" und sprach dessen Bekämpfung oberste Priorität zu.
Macron will in Kürze eine internationale Kontaktgruppe gründen, deren Aufgabe es sein soll, einen "politischen Fahrplan für die Zeit nach dem Krieg" in Syrien zu erarbeiten. Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats sowie Regionalmächte sollten an den Gesprächen teilnehmen, außerdem Vertreter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.
Zur Zukunft Europas sagte Frankreichs Staatschef, dass er sich für eine Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion einsetze. "Der Brexit sollte uns nicht unsere gesamte Energie rauben", sagte er zu den versammelten französischen Botschaftern. Dabei gehe es ihm nicht um Änderungen der EU-Verträge, sondern um konkrete Vorschläge zu rund zehn Themenbereichen, die er nach der deutschen Bundestagswahl angehen möchte.
Macron grenzt sich von Trump ab
Unter anderem sei ein "Europa des Klimas und der Energie" Teil seines Plans. Er werde alles tun, um das Pariser Klimaschutzabkommen aufrechtzuerhalten. Für Dezember kündigte Macron einen neuen internationalen Gipfel zum Kampf gegen den Klimawandel an. Trotz des Austritts der USA solle Bilanz gezogen und über Finanzhilfen beraten werden.
In der Iran-Politik grenzte sich Macron erneut von Trump ab: Zu dem Atomabkommen mit dem Land gebe es "keine Alternative". US-Präsident Trump hatte den von seinem Amtsvorgänger Obama erreichten Atomdeal wiederholt in Frage gestellt.
Zum jüngsten Raketentest Nordkoreas sagte Macron, Frankreich setzte auf eine "unnachgiebige Politik" gegen den kommunistischen Staat. Die Anführer aus Pjöngjang hätten ein weiteres Mal ihre "Verantwortungslosigkeit" bewiesen. Frankreich halte sich bereit für neue Initiativen, um eine Eskalation zu vermeiden und Nordkorea zurück an den Verhandlungstisch zu bringen.