Mali: Präsident Touré - DER SPIEGEL
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Mali Aufgebrachte Demonstranten verletzen Präsidenten

Heftige Ausschreitungen in Mali: Zwei Monate nach dem Militärputsch wurde der Übergangspräsident Traoré von Demonstranten verletzt. Hunderte Menschen hatten sich vor seinem Palast versammelt, einige Protestler stürmten das Gebäude und attackierten den 70-Jährigen.
Beschädigte Gitter: Demonstranten stürmten den Präsidentenpalast in Mali
Beschädigte Gitter: Demonstranten stürmten den Präsidentenpalast in Mali

Beschädigte Gitter: Demonstranten stürmten den Präsidentenpalast in Mali

Foto: HABIBOU KOUYATE/ AFP
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Dakar - Bei gewaltsamen Protesten in Mali ist der amtierende Präsident des westafrikanischen Landes verletzt worden. Hunderte Aktivisten hätten sich zu Demonstrationen gegen die Übergangsregierung vor dem Präsidentenpalast versammelt und diesen gestürmt, teilten die Behörden mit.

Die Eindringlinge sollen Präsident Diouncounda Traoré geschlagen und seine Kleidung zerrissen haben. Sie fordern den Rücktritt Traorés. Der 70-Jährige sei mit Verletzungen im Gesicht in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Über seinen Gesundheitszustand lagen keine Angaben vor.

Ende März hatte das Militär in Mali zunächst die Macht übernommen. Es wollte mit dem Putsch den Kampf gegen einen Aufstand der Tuareg-Rebellen im Norden des Landes vorantreiben. Unter dem Druck der Nachbarländer stimmten die Streitkräfte Anfang April der Machtübergabe an eine zivile Regierung zu. Der damalige Parlamentspräsident Traoré übernahm das Präsidentenamt.

Kritiker sehen in ihm aber nur einen weiteren Vertreter der vor allem auf ihr eigenes Wohl bedachten Politiker-Kaste, die seit Jahren in dem riesigen Land das Sagen hat.

Ursprünglich hatte die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas mit den Putschisten vereinbart, dass Traoré bis Montag Wahlen organisiert. Da dies aber bisher nicht möglich war, hatte die Ecowas am späten Sonntagabend mit den derzeitigen Machthabern vereinbart, dass Traoré weiter im Amt bleiben soll. Wann demokratische Wahlen durchgeführt werden können, war weiter unklar.

lgr/dpa/Reuters