Malta Tumulte in Flüchtlingslager
Valletta/Las Palmas - Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen war es gekommen, als hunderte Polizisten und Soldaten die Gruppe in das Lager Safi nahe dem internationalen Flughafen zurücktreiben wollten. Die Migranten hätten ihre Freilassung verlangt, berichteten die Behörden. Etwa 500 Insassen sei es gelungen die Wachsoldaten zu überwältigen und zu fliehen.
Einige der geflohenen meist aus Afrika stammenden Männern hätten sich vorübergehend in umliegenden Dörfern verstecken können. Später seien die meisten der Ausbrecher von den Sicherheitskräften gefasst worden, hieß es.
In dem Lager, einer ehemaligen Kaserne, befinden sich den Angaben zufolge insgesamt etwa 800 Menschen. Malta nimmt illegal auf die Mittelmeerinsel Zugewanderte bis zu 18 Monate in Haft. So sollen potenzielle Immigranten abgeschreckt werden.
Derweil erleben die Kanarischen Inseln einen neuen Ansturm von Bootsflüchtlingen. Allein in der vergangenen Woche waren weitere 130 Flüchtlinge in Malta gelandet. Sie waren mit Booten meist an der nordafrikanischen Küste gestartet.
Vor Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura griffen die Behörden nach eigenen Angaben von Dienstag binnen 24 Stunden mehr als 250 illegale Zuwanderer auf. Insgesamt habe die Küstenwache acht Boote aufgebracht. Die Menschen an Bord seien zwar erschöpft aber ansonsten wohlauf gewesen, hieß es. Seit Januar sind über 11. 000 afrikanische Armutsflüchtlinge auf die Kanarischen Inseln gelangt, mehr als doppelt so viele wie im gesamten Vorjahr.
als/dpa