"Mann des Todes" Wer war Scheich Salah Schehade?
Hamburg - Schehade galt als der Führer und Mitbegründer des militanten Arms der radikal-islamischen Hamas-Organisation Issadin al-Kassam im Gaza-Streifen. Angaben der Hamas zufolge wurde Schehade am 24. Februar 1954 als Sohn von palästinensischen Flüchtlingen in Gaza geboren. Er studierte später in Ägypten, Russland und der Türkei. Dann kehrte er in den israelisch besetzten Gaza-Streifen zurück. Dort beteiligte er sich schon früh an Widerstandsgruppen gegen Israel. Während der ersten Intifada (1987 bis 1993) saß er mehrfach in israelischen Gefängnissen.
Zu dieser Zeit schloss sich der sechsfache Vater der Hamas an, die mit stiller Duldung Israels als Gegengewicht zur PLO von Palästinenserführer Jassir Arafat gegründet worden war. In den vergangenen Jahren führte Schehade den bewaffneten Arm der Hamas, der nach dem Syrer Issedin al-Kassam benannt ist. Al-Kassam kämpfte in den dreißiger Jahren in Palästina gegen die britische Mandatsmacht und wurde dabei getötet. Er ist deshalb für Zehntausende junger Palästinenser noch heute ein Vorbild.
In Israel war Schehade gefürchtet. Die Regierung macht ihn für den Tod Dutzender Israelis verantwortlich. Selbst der linksliberale israelische Oppositionsführer Jossi Sarid nannte ihn einen "Mann des Todes". Mehrfach hatten israelische Kommandos versucht, den bärtigen Fundamentalisten zu töten. Doch Schehade gelang es immer zu entkommen. Er versteckte sich meist im dicht bevölkerten Gazastreifen.
Der Name Salah Schehade bedeutet auf arabisch Glaubensbekenntnis. Sein Glaube, gegen Israel gewaltsam vorgehen zu müssen, kannte keine Gnade. "Wir kämpfen nach den moralischen Prinzipien des Dschihad", sagte er kürzlich. "Wir bekämpfen die Juden nicht, weil sie Juden sind, sondern weil sie unser Land besetzen."