Mazedonien Der Einsatz beginnt
Skopje - Die Nato-Truppe in Mazedonien beginnt heute ihre Operation "Essential Harvest" (Bedeutende Ernte), bei der 3300 Waffen von Albaner-Rebellen eingesammelt werden sollen. Die Zahl 3300 hatte der Befehlshaber des Nato-Einsatzes, der dänische General Gunnar Lange, in der Hauptstadt Skopje genannt. Trotz tagelanger Verhandlungen konnte mit der mazedonischen Regierung bisher keine Einigung über die Stärke des Waffenpotenzials der Rebellen erzielt werden. Die Regierung in Skopje geht von einer wesentlich stärkeren Bewaffnung der Rebellen mit bis zu 80.000 Waffen aus.
Um die Teilnahme der Bundeswehr an dem Einsatz will die Union "bis zum letzten Moment" mit der Bundesregierung ringen. Der Bundestag stimmt über die deutsche Teilnahme am Mittwoch ab.
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Am Sonntagmorgen hatte ein Sprengstoffanschlag, der den Rebellen zugeschrieben wurde, die Spannungen erneut gefährlich verschärft. Der mazedonische Ministerpräsident Ljubco Georgievski drohte darauf mit neuen Angriffen gegen die UCK-Rebellen und stellte den mit der Nato vereinbarten Rückzug schwerer Waffen der mazedonischen Armee wieder in Frage. Bei dem Anschlag im von der UCK kontrollierten Nordwesten des Landes starben zwei mazedonische Wachleute, als Rebellen ein Hotel in die Luft sprengten.
Innerhalb von 30 Tagen von Montag an erwartet die Nato-Truppe die Aushändigung von 2950 Schnellfeuergewehren, 210 Maschinengewehren, 130 schwereren Waffen wie Mörsern und Panzerfäusten, sechs Luftabwehrsystemen, zwei Panzern und zwei gepanzerten Truppentransportern von den albanischen Rebellen. Dazu komme Munition und Sprengstoffe, sagte der General Lange.
Nach Informationen des angesehenen britischen Militärmagazins "Jane's Defence Weekly" besitzen die Rebellen über 8000 Gewehre, 250 schwere Maschinengewehre, bis zu 200 Mörser und 50 Raketen, die von der Schulter aus abgefeuert werden können.