Mazedonien: Die Armee greift durch - DER SPIEGEL
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Mazedonien Die Armee greift durch

Während albanische Rebellen im Buskonvoi aus dem Ort Aracinovo abzogen, hat die mazedonische Armee das nur wenige Kilometer entfernte Nikushtak beschossen. EU-Ratspräsidentin Anna Lindh hofft jedoch weiter auf eine politische Lösung im Völkerkonflikt.
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Umin Dol - Noch aus einiger Entfernung war heute zu beobachten, wie Artilleriegranaten in Nikushtak einschlugen. Die Ortschaft liegt nur sechs Kilometer entfernt von Aracinovo, von wo aus am Montag eine Gruppe Rebellen unter Aufsicht der Nato und der EU abziehen durften. Dass die Aufständischen freies Geleit erhielten, löste in der Hauptstadt Skopje am Montagabend Unruhen aus.

Militär und Polizei haben die Lage nach Angaben der EU wieder unter Kontrolle. Das habe ihr die Regierung in Skopje versichert, sagte die amtierende EU-Ratspräsidentin und schwedische Außenministerin Anna Lindh in Luxemburg. Sie bekräftigte, zu einer politischen Lösung des Konflikts gebe es keine Alternative. Die EU sei zwar "extrem frustriert" wegen der ausbleibenden Fortschritte auf dem Weg zu einer friedlichen Beilegung des Konflikts. "Aber es gibt keinen anderen Weg", sagte Lindh.

Deshalb seien auch erhöhte Vermittlungsbemühungen der internationalen Gemeinschaft notwendig. Der neue ständige EU-Vertreter in Skopje, der frühere französische Verteidigungsminister François Leotard, traf am Dienstag in Luxemburg mit Lindh zusammen. Der von den EU-Außenministern ernannte Vermittler werde seinen Posten in der mazedonischen Hauptstadt "sehr bald" antreten, sagte Lindh. Leotard soll den Dialog zwischen der slawischen Bevölkerung und der albanischen Minderheit in Gang halten und ihn zu einem politischen Abkommen führen.

Der Aufstand droht sich vier Monate nach seinem Ausbruch zu einem Bürgerkrieg auszuweiten, weil eine politische Lösung trotz internationalen Drucks noch nicht zustande gekommen ist. Die Mazedonier albanischer Abstammung verlangen die Gleichstellung mit ihren Landsleuten slawischer Herkunft. Die albanischen Mazedonier stellen fast ein Drittel der Bevölkerung von zwei Millionen.