Mazedonien: Friedensplan unterzeichnet - DER SPIEGEL
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Mazedonien Friedensplan unterzeichnet

Hoffnungsschimmer oder Durchbruch? In Skopje haben Vertreter der führenden mazedonischen Parteien und der albanischen Minderheit einen Friedensplan unterzeichnet. Internationale Beobachter bleiben jedoch skeptisch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Skopje - Das Abkommen soll der albanischen Minderheit größere Rechte gewähren und die seit einem halben Jahr andauernden Kämpfe mit albanischen Rebellen beenden. Der Plan wurde von der Europäischen Gemeinschaft und der Nato vermittelt. Nach der Unterzeichnung wollte Präsident Boris Trajkovski ein Dekret erlassen, das den Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee (UCK) eine Amnestie zusichert. Diese wollte sich im Gegenzuge schriftlich verpflichten, ihre Waffen binnen 45 Tagen Soldaten der Nato auszuhändigen.

Das Dokument wurde auch von den Vermittlern der Europäischen Union und der USA, Francois Leotard und James Pardew, unterschrieben. Beide hatten einen Entwurf vorbereitet und mehrere Wochen lang zwischen den Konfliktparteien vermittelt.

Im Namen der beiden mazedonischen Regierungsparteien setzten Ministerpräsident Ljubco Georgievski (VMR-DPMNE) und Branko Crvenkovski für die SDSM ihre Unterschrift unter das Abkommen. Für die albanische Seite unterschrieben Arben Xhaferi (DPA) und Imer Imeri (PDP). Die Rebellen der UCK hatten nicht direkt an den Verhandlungen teilgenommen und somit das Dokument auch nicht unterzeichnet. Sie wollten sich nach eigenen Bekunden aber an den Vertrag halten, sofern die Regierung in Skopje die Zusagen einlöse.

Zuvor hatte am Sonntagabend die mazedonische Regierung einseitig einen Waffenstillstand ausgerufen, dem sich auch die Rebellenführung angeschlossen hat. Die Waffenruhe wurde am Montag, abgesehen von vereinzelten Schießereien, nach übereinstimmenden Berichten eingehalten.

Bei der Unterzeichnung des Dokumentes waren auch Nato-Generalsekretär George Robertson, der EU-Beauftragte für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Javier Solana, der OSZE-Vorsitzende Mircea Geoana sowie der belgische Außenminister Louis Michel als EU-Ratsvorsitzender zugegen.