Mazedonien-Mission 800 Waffen eingesammelt
Skopje - Bis zum Mittwoch - dem dritten Tag ihrer Aktion - hatte die Nato mehr als 800 unterschiedliche Waffen eingesammelt. Nato-Generalsekretär George Robertson hat unterdessen die vom Militärbündnis organisierte Entwaffnung gegen Kritik der mazedonischen Regierung verteidigt. Robertson besuchte am Mittwoch die Militärbasis Krivolak in Zentralmazedonien, wo das Kriegsgerät gesammelt wird. Er sagte, die eingesammelten Waffen seien ein klares Anzeichen, dass sich die albanische Nationale Befreiungsarmee (UCK) entwaffne.
Auf dem Programm von Robertson standen auch Treffen mit dem mazedonischen Präsidenten Boris Trajkovski, Ministerpräsident Ljubco Georgievski und dem Parlamentspräsidenten Stojan Andov. Am Freitag sollte das Parlament eine Debatte über den ersten Teil des Friedensplan beginnen, ohne dass die nötige Zustimmung für das Reformpakets sicher war. Ein Regierungssprecher hatte erst am Dienstag die Ablehnung gegen die Art der Rebellenentwaffnung bekräftigt und die abgegebenen Waffen als Museumsstücke bezeichnet.
Aus der Nato hieß es, die erste Runde der Waffensammlung sollte möglichst am Mittwoch abgeschlossen werden. Dann solle ein Drittel von erklärten 3300 Waffen albanischer Rebellen eingesammelt sein. Die Waffensammlung wurde bei der westlichen Stadt Gostivar fortgesetzt, sagte Nato-Sprecher Major Barry Johnson in Skopje. Die Rebellen hätten die Nacht über bis in den Morgen über 350 Waffen in den Bergen über Tetovo abgegeben.
Unterdessen kamen weitere Soldaten der Nato-Truppe Task Force Harvest (TFH) an. Bisher seien etwa 3500 Soldaten in dem Land eingetroffen, rund 85 Prozent der geplanten Truppenstärke, sagte Johnson. Nach einer Entscheidung des Bundestages wurden am Mittwoch auch erste deutsche Soldaten auf dem Flughafen Skopje erwartet.
Erneut war in der Nacht in der mazedonischen Hauptstadt ein Bombenanschlag verübt worden. Wie Polizei berichtete, explodierte ein Sprengsatz kurz nach Mitternacht vor einer Schule in einem vorwiegend von Albanern bewohnten Stadtteil. Nach ersten Angaben wurde niemand verletzt. Wie die Polizei mitteilte, ähnelte der Sprengsatz, der in einem Müllcontainer versteckt war, den drei Bomben, die in der Nacht zum Montag in Skopje explodiert waren. Auch bei diesen Anschlägen war niemand verletzt worden.