Mazedonien Parlament berät über Friedensplan
Skopje/Berlin - In Mazedonien sind heute Morgen rund 250 Bundeswehrsoldaten aus dem Kosovo angekommen, die sich am Nato-Einsatz zur Entwaffnung der albanischen Rebellen beteiligen sollen. Ein Sprecher des deutschen Kontingents in Mazedonien sagte, die Soldaten der Kosovo-Friedenstruppe (Kfor) hätten im Feldlager Erebino nahe der nordmazedonischen Stadt Tetovo Quartier bezogen. Die Soldaten seien mit 147 Fahrzeugen, darunter Panzer, aus der Kosovo-Stadt Prizren verlegt worden und nach zwölfstündiger Fahrt in Erebino angekommen.
Damit sind rund 300 der geplanten bis zu 500 Bundeswehrsoldaten nach Mazedonien verlegt worden. Die übrigen Soldaten würden am Wochenende von Deutschland nach Mazedonien verlegt. Ab Dienstag werde sich die Bundeswehr an dem Entwaffnungseinsatz beteiligen, sagte der Sprecher.
Bis zum Donnerstag hatte die Nato-Truppe bereits 1400 Waffen eingesammelt und war damit ihrem Zeitplan deutlich voraus. Die mazedonische Führung stellte daraufhin fest, dass damit die Bedingungen erfüllt seien, um am Freitag im Parlament den Verfassungsreformprozess einzuleiten. Der britische Außenminister Jack Straw sagte in Skopje, er erwarte ein positives Votum der Abgeordneten. Wenn die Krise vorüber sei, werde eine Geberkonferenz einberufen, um wirtschaftliche Hilfe für Mazedonien zu organisieren.
-
1 Min
-
3 Min
-
3 Min
-
3 Min
-
3 Min
-
1 Min
Die zwischen den Parteien bereits vereinbarten Verfassungsreformen sollen der albanischen Minderheit größere Rechte geben. Der Reformprozess soll in drei Etappen parallel zur Entwaffnung der Albaner-Rebellen verlaufen.
Mehrere hundert Demonstranten protestierten am Donnerstagabend vor dem Parlament in Skopje gegen die geplanten Reformen. Die Polizei sperrte die Umgebung des Parlaments ab. Die Protestierer kündigten an, die Sitzung heute blockieren zu wollen.