Mazedonien: Tausende auf der Flucht - DER SPIEGEL
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Mazedonien Tausende auf der Flucht

Mazedonische Truppen haben ihren Aufmarsch gegen die albanischen Rebellen fortgesetzt. Aus Angst vor neuen Kämpfen versuchen Tausende, die Krisenregion zu verlassen. Die Rebellen stellten der Regierung in Skopje unterdessen ein Ultimatum.
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New York/Washington/Skopje - In einer Erklärung drohen die Freischärler mit einer Eskalation der Gewalt, sollte sich die mazedonische Regierung nicht auf Friedensgespräche einlassen. Die Rebellen seien zu Gesprächen über eine friedliche Lösung bereit, heißt es in der Mitteilung. Der mazedonische Präsident Boris Trajkovski hat Verhandlungen mit den "Extremisten" wiederholt abgelehnt.

Wie ein Sprecher des Uno-Flüchtlingskommissars (UNHCR) am Dienstag mitteilte, sind in den vergangenen sechs Tagen 2300 albanischstämmige Mazedonier über die Grenze nach Albanien geflohen, um den Zusammenstößen zwischen albanischen Rebellen und mazedonischen Sicherheitskräften zu entgehen. 1400 Albaner und Mazedonier seien auf den Weg nach Südserbien. Sie wollen nach eigenen Angaben nach Kroatien und Bosnien weiterreisen.

Nach Angaben des UNHCR hat das Rote Kreuz bislang 3700 im Land Vertriebene registriert, die meisten davon in der Hauptstadt Skopje. Momentan seien die Menschen noch nicht auf Hilfe angewiesen, sie verließen sich weitgehend auf Freunde und Verwandte, sagte Janowski. Das Hilfswerk sei wegen der Lage in Mazedonien aber äußerst besorgt.

Angesichts der seit Tagen andauernden Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und albanischen Separatisten haben sich fast alle Einwohner Tetovos in ihre Häuser zurückgezogen. Unterdessen setzten mazedonische Truppen ihren Aufmarsch gegen die Rebellen am späten Montagabend fort. Panzer bezogen am Stadtrand Stellung. Die Regierung in Skopje hatte einen baldigen entscheidenden Schlag gegen die Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) angekündigt, die sich auf einem Berghang verschanzt haben.

EU und USA gegen militärisches Eingreifen

Nach der Europäischen Union schlossen auch die USA ein militärisches Eingreifen in Mazedonien aus. US- Außenamtssprecher Richard Boucher bekräftigte die Unterstützung der USA für Mazedonien, machte jedoch klar, dass Washington keine Pläne habe, Truppen zu entsenden.

Boucher sagte, US-Außenminister Colin Powell habe am Wochenende mit seinem deutschen Kollegen Joschka Fischer über die Lage gesprochen. Beide seien sich einig gewesen, dass die Nato-Soldaten gegen den Waffenschmuggel aus dem Kosovo vorgehen sollten. Außerdem sollten sie verhindern, dass albanischen Rebellen im Kosovo Schutz finden.

Am späten Montagabend traf der Beauftragte für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, Javier Solana, in der mazedonischen Hauptstadt Skopie ein. Bei seiner Ankunft sicherte er der mazedonischen Regierung die Unterstützung der EU bei Erhaltung und Verteidigung der Einheit und Souveränität des Landes zu. Dabei gebe es keinen Platz für Extremisten, sagte Solana.

Am Montag hatten sich die EU-Außenminister bei einem Treffen in Brüssel tief besorgt über die Eskalation der Gewalt im Nordwesten Mazedoniens gezeigt. "Der Rat verurteilte in scharfer Form Versuche von albanischen Extremisten, Mazedonien und die Region zu destabilisieren", hieß es in einer Erklärung. Ein direktes militärisches Eingreifen wurde aber ausgeschlossen.

Annan verurteilt Gewalt

Uno-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die "Gewaltakte albanischer Extremisten" in Mazedonien. Sie stellten eine "Bedrohung der territorialen Integrität der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien und der Stabilität und Sicherheit in der gesamten Region dar", sagte Annan in New York. Er sei besonders beunruhigt darüber, dass die Albaner in Mazedonien offenbar "Unterstützung von außen" erhielten, sagte der Uno-Generalsekretär in Anspielung auf die militärische Hilfe für die Extremisten aus dem Kosovo und Albanien.