Milliardengeschäft Libyen deckt sich mit russischen Waffen ein
Putin und Gaddafi (im April 2008): Schuldenerlass bei Waffenkauf
Foto: RIA Novosti/ REUTERSMoskau - "Es geht nicht nur um kleine Waffen", sagte der russische Regierungschef Wladimir Putin nach Angaben von Interfax nach der Vertragsunterzeichnung. Zur Art der Rüstungsgüter machten weder Putin noch der Generaldirektor des Waffenherstellers Ischmasch, Wladimir Grodezki, bei einem Treffen in der Nähe von Moskau Angaben.
Grodezki betonte aber, dass sein Konzern, der auch die Kalaschnikow-Maschinenpistolen produziert, durch das Geschäft nun zwei Jahre lang ausgelastet sei. Bereits vor einigen Tagen hatte die Nachrichtenagentur Details des Geschäfts bekannt gemacht: Libyen kauft demnach etwa 20 Kampfflugzeuge, zwei Luftabwehrsysteme, mehrere Dutzend Panzer sowie weitere Waffen.
Das Waffengeschäft war bei einem Moskau-Besuch des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi im Jahr 2008 vereinbart worden. Russland hatte Gaddafi alte Schulden in Höhe von 3,3 Milliarden Euro unter der Bedingung erlassen, dass Libyen in großem Umfang Waffen kauft.
Libyen gehörte russischen Medien zufolge mit offiziell 20 Milliarden US-Dollar nach dem Zweiten Weltkrieg zu den größten Rüstungskunden der damaligen Sowjetunion. Das Land will sein Verteidigungssystem modernisieren. Neben Russland suchen auch die USA und einige EU-Staaten die Nähe zu Libyen mit seinen massiven Erdölvorkommen. Die wegen des Lockerbie-Flugzeugattentats verhängten Sanktionen gegen Tripolis waren bereits vor Jahren aufgehoben worden.