Minsk: Friedensgespräche für Ukraine beginnen - DER SPIEGEL
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Ukraine-Konflikt Kontaktgruppe trifft sich in Minsk

Am Freitag scheiterte ein Treffen, jetzt sind Vertreter der Streitparteien im Ukraine-Konflikt zusammengekommen. Die Verhandlungen werden von neuen Kämpfen überschattet.
Präsidentenpalast in Minsk: Medienvertreter warten auf neue Entwicklungen
Präsidentenpalast in Minsk: Medienvertreter warten auf neue Entwicklungen

Präsidentenpalast in Minsk: Medienvertreter warten auf neue Entwicklungen

Foto: SERGEI GAPON / AFP
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Minsk - Nach mehreren gescheiterten Versuchen ist die sogenannte Kontaktgruppe für die Ukraine am Samstag zu einen Treffen zusammengekommen. Vertreter aller Seiten seien in der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingetroffen, meldete die Agentur Interfax am Samstag. Die Kontaktgruppe setzt sich aus Vertretern der Ukraine, der Separatisten, Russlands und der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) zusammen.

Das Ziel des Treffens ist nach Angaben der OSZE ein "bindendes Dokument" über eine sofortige Waffenruhe und einen Rückzug schwerer Waffen hinter eine Pufferzone. Das weißrussische Außenministerium teilte mit, die Gespräche seien hinter verschlossenen Türen geplant. Die OSZE soll als Vermittler zwischen den Streitparteien fungieren. Ein für den Freitag geplantes Treffen in Minsk war nicht zustande gekommen.

Den Berichten zufolge ist der ukrainische Ex-Präsident Leonid Kutschma mit einem Mandat der Führung in Kiew nach Minsk gereist. Aus den nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk befinden sich die Separatistenvertreter Denis Puschilin und Wladislaw Dejnego in Belarus. An den Gesprächen sollten auch der russische Diplomat Michail Surabow sowie Heidi Tagliavini von der OSZE teilnehmen.

Ex-Präsident Leonid Kutschma: Als Vertreter Kiews nach Minsk gereist

Ex-Präsident Leonid Kutschma: Als Vertreter Kiews nach Minsk gereist

Foto: VASILY FEDOSENKO / REUTERS

Die prowestliche ukrainische Regierung hatte zuletzt mitgeteilt, sie hoffe auf eine Einigung, die eine wirkliche Waffenruhe im Donbass und den Rückzug schwerer Waffen im Kriegsgebiet möglich mache.

Zivilisten sterben durch Artilleriebeschuss

In der Ostukraine gilt seit Anfang September formal eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder gebrochen wird. In dem seit neun Monaten andauernden Konflikt wurden bereits mehr als 5000 Menschen getötet. Zuletzt verschärfte sich die Lage wieder. International für Empörung löste der Raketenbeschuss der Hafenstadt Mariupol am vergangenen Samstag aus, durch den mindestens 30 Menschen getötet wurden.

Regierungsangaben zufolge wurden bei Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und der ukrainischen Armee binnen 24 Stunden 15 Soldaten getötet. 30 weitere Soldaten seien bei den Gefechten verletzt worden, sagte der ukrainische Verteidigungsminister Stepan Poltorak am Samstag. Es sind die schwersten Verluste für die Armee seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe im September.

Laut Poltorak übernahmen die Separatisten "teilweise" die Kontrolle über den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewe nordöstlich der Rebellenhochburg Donezk. Die Separatisten hatten zuvor gemeldet, sie hätten in der Stadt tausende ukrainische Soldaten eingekesselt. Berichten zufolge wurden in Donezk mindestens zwölf Zivilisten durch Artilleriebeschuss getötet.

Russland schickt weiteren Konvoi

Von Russland aus wurde unterdessen offenbar erneut ein Lastwagenkonvoi in das Kriegsgebiet Donbass geschickt. Etwa 170 Fahrzeuge haben am Samstag die Grenze überquert und sind in den Separatistenhochburgen Donezk und Luhansk eingetroffen, meldet die Nachrichtenagentur Interfax.

Die Lastwagen hätten rund 1500 Tonnen Hilfsgüter geladen, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums in Moskau. Er machte eine Wirtschaftsblockade der ukrainischen Führung für die schwere humanitäre Lage in der Unruheregion verantwortlich.

Russischer Konvoi: 170 Lastwagen fuhren nach Donezk und Luhansk

Russischer Konvoi: 170 Lastwagen fuhren nach Donezk und Luhansk

Foto: Alexander Ermochenko/ dpa

Die prowestliche Führung in Kiew kritisierte den Konvoi als groben Verstoß gegen die staatliche Souveränität. "Wir nehmen eine solche Hilfe nur unter Vermittlung internationaler Organisationen an", sagte Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis. Kiew befürchtet, dass Moskau den Separatisten Waffen schicken könnte. Russland weist dies zurück.

Dem russischen Zivilschutzministerium zufolge beobachteten Vertreter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Konvoi. Von der OSZE lag dafür zunächst keine Bestätigung vor.

mak/dpa/afp