Mission in Syrien Uno will Beobachter für Arabische Liga ausbilden
New York - Seit knapp einem Monat ist eine Delegation der Arabischen Liga in Syrien, um die Situation zu beobachten und zu beurteilen, ob Machthaber Baschar al-Assad einen Friedensplan der Organisation umsetzt - bisher mit mäßigem Erfolg. Die Beobachter selbst sind in die Kritik geraten, zwei von ihnen haben die Mission zudem unter Protest verlassen. Da überrascht es nicht, dass die Uno die Wirksamkeit der Mission nun verstärken will.
Die Vereinten Nationen werden Beobachter der Arabischen Liga für einen Einsatz in Syrien ausbilden. Bereits in den kommenden Tagen solle das Training beginnen, sagte eine Uno-Sprecherin am Montag in New York. Sie verwies auf ein Ministertreffen der Liga am Wochenende in Kairo, nach dem die Ausbildung starten solle. Die Arabische Liga hatte einen formalen Antrag für das Training der Beobachter gestellt.
Die Schergen von Diktator Assad gehen immer brutaler gegen Zivilisten vor. Am Montag sollen Angehörige einer Miliz in einer Bäckerei in Homs wahllos um sich geschossen und fünf Menschen getötet haben.
Die Unruhen in Syrien dauern bereits seit März 2011 an. Nach Uno-Angaben sind seitdem mehr als 5000 Menschen gestorben, Zehntausende Regimegegner wurden inhaftiert. Staatschefs aus der Region und der Generalsekretär der Arabischen Liga warnen vor einem drohenden Bürgerkrieg.
Inzwischen kommt aus den Reihen der Arabischen Liga erstmals die Forderung nach einem Einsatz ausländischer Streitkräfte in Syrien. Der Emir von Katar, Scheich Hamad Bin Chalifa al-Thani, sagte laut Auszügen eines Interviews mit dem US-Fernsehsender CBS, er befürworte den Einsatz "einer bestimmten Zahl von Soldaten, um dem Töten ein Ende zu bereiten". Katar leitet in der Liga den für die Syrien-Krise zuständigen Ausschuss.
Die Beobachter sind noch bis zum 19. Januar im Land. Ihr Ziel, die Gewalt zu beenden, erreichte die Liga bisher nicht. Vielmehr gingen die Angriffe auf die Opposition unvermindert weiter.