Romneys neuer Alltag: Achterbahn statt Politik
Privatmann Mitt Romney Mein Gott, ist das langweilig!
Hamburg - Wenn es nach ihm ginge, säße er bald im Oval Office in Washington. Aber Amerikas Wähler haben anders entschieden. Und so muss Mitt Romney etwas tun, was er wohl lange nicht gemacht hat: nichts.
Ob als vielbeschäftigter Geschäftsmann, selbststilisierter Retter der Olympischen Spiele von Salt Lake City oder Kämpfer um das US-Präsidentenamt - seit fast 40 Jahren ist Romney ständig beschäftigt.
Und jetzt?
Offenbar ist Mitt Romney langweilig. Dies jedenfalls berichtet die "Washington Post". Sie hat mit mehr als einem Dutzend von Romneys engsten Freunden und Beratern gesprochen und berichtet vom neuen Alltag des Republikaners. Er habe sich in sein Haus im kalifornischen Edel-Ort La Jolla zurückgezogen und wische auf seinem iPad herum oder maile einflussreichen Freunden, die ab und zu vorbeischauten. Er sei manchmal bedrückt. Und eben gelangweilt.
Dabei gebe es viel zu tun, wenn man seinem Facebook-Profil glauben mag. Als Hobbys gibt er unter anderem "Joggen, Lesen, Skifahren, Reiten, Wasserskifahren und Filme schauen" an. In den vergangenen Wochen rauschte er immerhin mit seinen Söhnen eine Wildwasserbahn in Disneyland herunter.
Doch Romneys größtes Hobby der vergangenen Jahre war eben die Politik. Zweimal hat er sich vergeblich als US-Präsidentschaftskandidat beworben und ständig die Öffentlichkeit gesucht. Doch seit seiner überraschend klaren Niederlage am 6. November ist er keine "starke Stimme" für seine Partei geworden, wie er es versprochen hatte. Eher hat er die Republikaner verärgert. In einer Telefonkonferenz mit Spendern für seinen Wahlkampf erklärte Romney US-Zeitungen zufolge, Obama habe die Wahl nur mit "Geschenken" für Frauen, junge Leute, Afroamerikaner und Wähler lateinamerikanischer Abstammung gewonnen.
Etwas freundlicher dürfte der Ton bei einem Versöhnungsessen mit Präsident Barack Obama Ende November gewesen sein. Von dort verlautete die wichtige Nachricht, die Speisen seien "sehr lecker" gewesen. Und Romney durfte doch noch ins Weiße Haus.