Monatliches Rededuell Bush kneift
Quincy - Am Ort eines für die USA historischen Rededuells forderte Kerry den Präsidenten heraus. 2004 dürfe nicht ein Jahr wie jedes andere in der Politik sein, erklärte er auf einer Wahlkampfveranstaltung in Quincy im US-Staat Illinois. Ein Sprecher der Wahlkampfmannschaft von Bush lehnte die monatlichen Debatten zu aktuellen politischen Themen jedoch umgehend ab. Kerry sei wesentlich verantwortlich für den negativen Tenor in diesem Wahlkampf.
Kerry nahm gestern mit einem unumstrittenen Erfolg bei Parteiversammlungen in Kansas und den dort gewonnenen 32 Delegiertenstimmen die letzte Hürde auf dem Weg zur Nominierung: Der Senator aus Massachusetts hat nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP jetzt schon 2162 Delegierte hinter sich - was die notwendige Mehrheit für die Nominierung auf dem Parteitag im Juli in Boston ist. Der Sieg Kerrys stand indes schon vor dem Überspringen der Zahlenhürde fest, nachdem sein Hauptkonkurrent John Edwards vor rund einer Woche aus dem Rennen ausgestiegen war.
Es sind zwar noch acht Monate bis zur Wahl, aber Bush startete schon eine Anzeigenkampagne gegen Kerry, worauf dieser umgehend zurückschoss. Amerika müsse nicht noch acht Monate mit Schüssen aus dem Hinterhalt leben, sagte Kerry jetzt. Es müsse zurückkehren auf den Weg der wahren Demokratie. Das Land stehe vor großen Herausforderungen. Und diese verlangten nach einem echten Austausch von Ideen.
In Quincy, wo Kerry sich äußerte, hatten am 13. Oktober 1858 Abraham Lincoln und Stephen Douglas im Rennen um einen Senatsposten eines ihrer großen Rededuelle ausgetragen. 20.000 Menschen hörten sich diesen Schlagabtausch damals an. "Beide Kandidaten legten ihre Positionen dar", erklärte Kerry. "Sie stritten sich, aber über politische Unterschiede, nicht persönliche Angriffe."
Ein Sprecher der Wahlkampfmannschaft von Bush, Steve Schmidt, erklärte, Kerry solle doch besser bei sich selbst anfangen. Jetzt, nachdem er schon 6,3 Millionen Dollar für Anzeigen mit Angriffen auf Bush ausgegeben habe, fordere Kerry eine zivilisierte Debatte.
Mike Glover, AP