Mordanklage: Freispruch für Andreotti - DER SPIEGEL
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Mordanklage Freispruch für Andreotti

Der ehemalige italienische Minsiterpräsident Giulio Andreotti ist von einer Mordanklage freigesprochen worden. Das Oberste Gericht konnte weder einen Beweis noch ein Motiv erkennen für Andreottis Verwicklung in den Mord an einem Journalisten im Jahr 1979.
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Rom - Andreotti war im November 2002 in einem Berufungsverfahren als Drahtzieher des Mordes an dem Journalisten Mino Pecorelli zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Zuvor hatte ein Gericht erster Instanz den heute 84-Jährigen vom Vorwurf freigesprochen, 1979 die Mafia mit der Ermordung des Journalisten beauftragt zu haben. Das Verfahren gegen Andreotti dauerte rund zehn Jahre.

Am Mittwoch hatte Generalstaatsanwalt Gianfranco Ciani bereits den Freispruch beantragt. Es gebe keine Beweise und kein Tatmotiv, gab er als Grund an. Auch der mitangeklagte Mafia-Boss Tino Badalamenti sei freizusprechen. Das Kassationsgericht schloss sich dieser Argumentation an.

Im vorangegangenen Prozess hatte es dagegen geheißen, Andreotti habe den Mord in Auftrag gegeben, weil der Journalist Dokumente veröffentlichen wollte, die den siebenmaligen Regierungschef belastet hätten. Die Staatsanwaltschaft der mittelitalienischen Stadt Perugia hatte sich auf Äußerungen von Mafiosi gestützt, die mit der Justiz zusammenarbeiten.

Andreotti, der stets seine Unschuld beteuert hat, hatte gegen das Aufsehen erregende Urteil im Vorjahr Berufung eingelegt und die Haftstrafe nicht antreten müssen. In Italien gelten Angeklagte bis zum Spruch des Kassationsgerichts als unschuldig. "Ich wusste, dass das so enden würde", erklärte Andreotti nach dem Urteil des Kassationsgerichts.