Moskau Mehrere Tote bei Bombenanschlag
Moskau - Die Bombe explodierte zur Hauptverkehrszeit um 20.17 Uhr Ortszeit unter einer Hochbrücke am Rigaer Bahnhof, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch ein Kaufhaus und die Metro-Station "Rischskaja". Zwölf der Verletzten schwebten am Abend noch in Lebensgefahr, teilte der Zivilschutz mit. Die Bombe war nach Polizeiangaben mit Nägeln und Metallsplittern gefüllt.
Moskaus Bürgermeister Juri Luschkow sagte, die Attentäterin habe versucht, in die Metro-Station zu gelangen, die im abendlichen Berufsverkehr voller Menschen gewesen sei. "Sie war gerade an der Tür, als sie zwei Polizisten sah. Sie bekam Angst, drehte um und sprengte sich in die Luft", sagte der Bürgermeister. Die Bombe habe eine Sprengkraft von etwa einem Kilogramm TNT gehabt.
Erste Berichte über die Explosion einer Autobombe bestätigten sich nicht. Mehr als 30 Krankenwagen waren im Tatort im Einsatz. Außer der Polizei ermittle auch der russische Inlandsgeheimdienstes FSB am Tatort, meldete die russische Agentur Interfax.
Inzwischen hat sich eine radikale Moslemgruppe im Internet zu dem Bombenanschlag bekannt. "Wir von den Islambuli Brigaden erklären unsere Verantwortung für diese Operation, die eine Unterstützung für Moslems in Tschetschenien ist", hieß es in der Erklärung. Die Gruppe kündigte darin weitere Anschläge in Russland an. Sie hatte sich bereits zu den Anschlägen auf zwei russische Passagiermaschinen bekannt, die vor einer Woche fast zeitgleich abgestürzt waren. Experten hatten darauf allerdings bezweifelt, dass die Gruppe hinter den Anschlägen stecke.
Erhöhte Alarmbereitschaft in Moskau
Die russischen Behörden hatten heute vor weiteren Anschlägen tschetschenischer Terroristen gewarnt. Insbesondere werde nach zwei Frauen gesucht, die sich in Grosny eine Wohnung mit zwei mutmaßlichen Attentäterinnen geteilt hätten. Diese sollen für die Anschläge auf zwei Passagierjets verantwortlich seien, bei denen am vergangenen Dienstag 90 Menschen gestorben waren. Ende August sollen die vier gemeinsam mit dem Bus aus Grosny gekommen.
Die Sprengsätze an Bord seien von Frauen gezündet worden, "die Pässe auf die Namen Sazita Dschebirchanowa und Amanat Nagajewa benutzten", teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB heute in Moskau mit. Die genaue Identität müsse jedoch noch geklärt werden.
Erst am Tag der Flugzeugattacken hatte es in Moskau einen Bombenanschlag gegeben, bei dem an einer Bushaltestelle mehrere Menschen verletzt worden waren. Bisher haben sich die behörden zum Hintergrund dieses Anschlags noch nicht geäußert.