Moskau: Russischer Medienmanager ermordet - DER SPIEGEL
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Moskau Russischer Medienmanager ermordet

In Moskau ist erneut ein Medienvertreter ums Leben gekommen. Der Chef der Vermögensverwaltung von Itar-Tass sei mit mehreren Stichverletzungen tot in seiner Moskauer Wohnung gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
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Moskau - Der 55-jährige Anatoli Woronin wurde erstochen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Derzeit werde in alle Richtungen ermittelt, man gehe aber von einem Motiv im persönlichen Bereich aus. Journalistisch war Woronin nicht weiter in Erscheinung getreten. Er leitete die Vermögensverwaltung der staatlichen Nachrichtenagentur

Nach einem Urlaub sei Woronin am Morgen nicht zum Dienst erschienen, hieß es bei Itar-Tass. Sein Fahrer habe ihn daraufhin in der völlig verwüsteten Wohnung gefunden, berichtet Reuters. Woronin arbeitete dem Bericht zufolge seit 23 Jahren für die Nachrichtenagentur. "Das ist ein großer Verlust für Tass", sagte eine Redakteurin. Woronin habe sich immer dafür eingesetzt, dass die Journalisten ihre Arbeit hätten machen können.

Am Samstag vergangener Woche war die prominente Journalistin Politkowskaja in Moskau erschossen worden. Sie hatte wiederholt über den russischen Einsatz in Tschetschenien berichtet. Der Mord kam auch beim Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche in Dresden zur Sprache. Dabei sicherte Putin Aufklärung zu. Doch selbst wenn russische Ermittler einen Mord an einem Prominenten aufklären, werden die Hintermänner meist nicht gefasst.

Eine neue Spur haben die Ermittler offenbar im Zusammenhang mit dem Mord am Vizedirektor der russischen Zentralbank, Andrej Koslow. Zeitungsberichten zufolge stehen nun drei Ukrainer im Focus. Die Tatverdächtigen seien in der vergangenen Woche festgenommen worden, berichtete die Zeitung "Kommersant" heute. Die Staatsanwaltschaft erklärte lediglich, man habe diejenigen "festgesetzt, die mit der Organisation und Ausführung des Verbrechens in Verbindung stehen".

Koslow war am 13. September erschossen worden. Es wird vermutet, dass er seinen Kampf gegen das organisierte Verbrechen mit dem Leben bezahlt hat. Zwei der Festgenommenen stünden unter Verdacht, Koslow ermordet zu haben, der dritte soll ihnen bei der Flucht geholfen haben, schrieb "Kommersant". Die Männer sagten dem Bericht zufolge aus, sie hätten ihre Aufträge von einem Mittelsmann erhalten. Koslow hatte ein ehrgeiziges Programm gegen Geldwäsche und Kriminalität im Bankenwesen initiiert und mehreren Dutzend Banken die Lizenz entzogen.

ler/Reuters/AP