Moskauer Privatgipfel: Schlittenfahrt und Schuldenstreit - DER SPIEGEL
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Moskauer Privatgipfel Schlittenfahrt und Schuldenstreit

"Im Mittelpunkt" des Besuchs von Gerhard Schröder bei Familie Putin am Wochenende "wird die Rückzahlung der Kredite stehen", schreibt die Moskauer Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta". Außerdem ist Schlittenfahren geplant.
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Berlin/Moskau - Offenbar verknüpfen beide Gesprächspartner doch mehr mit ihrem "privaten" Treffen, als nur das gemeinsame Feiern des orthodoxen Weihnachtsfests mit ihren Familien. Dazu hatte Wladimir Putin die Schröders bei seinem Berlin-Besuch eingeladen. Dem russischen Präsidenten sei wichtig, ein neues Schema der Schuldenbegleichung zu vereinbaren, verlautet aus Moskau, da die Abrechnung mit harter Währung für die "deutschen Schulden" in Höhe von 19 Milliarden Dollar für Russland den Ruin bedeute. Russland schlägt Deutschland eine Umwandlung vor, bei der Firmen unterstützt werden, die sich auf dem russischen Markt niederlassen und investieren wollen.

Konkrete Entscheidungen sollen aber erst bei der nächsten offiziellen Begegnung zwischen Putin und Schröder im April getroffen werden.

Bundesregierung weist Umschuldung zurück

Indessen hat der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda gegenüber SPIEGEL ONLINE klargestellt, die Bundesregierung gehe davon aus, "dass die russische Seite ihren Pflichten nachkommt" und ihre Schuldenverpflichtungen ernst nimmt. Deutschland ist Russlands größter Gläubiger.

Russland sei auf Grund seiner makroökonomischen Situation zurzeit auch in der Lage, seine Schulden zu begleichen, erklärte Anda darüber hinaus in Berlin. Eine Sprecherin des Finanzministeriums ergänzte, dies sei auch die Haltung des Pariser Clubs. Zuvor war gemeldet worden, Schröder werde sich möglicherweise vor dem Gremium der westlichen Geberländer für eine teilweise Schuldenstundung oder Umschuldung einsetzen.

Datscha-Besuch mit Schlittenfahrt

Zum Privatprogramm gehöre am Sonntagmorgen auch eine Fahrt auf dem Pferdeschlitten bei Putins Datscha am Rande von Moskau, teilte die deutsche Botschaft mit. Bereits am Samstag um 14 Uhr kommt Gerhard Schröder mit Ehefrau Doris und deren Tochter Klara in Moskau an. Einem Mittagessen im Kreml folgt ein Besuch des Bolschoi-Balletts. Am Abend besuchen die Schröders und die Putins gemeinsam die Weihnachtsmesse zum orthodoxen Christfest in der Erlöserkathedrale.

Das restliche Besuchsprogramm liest sich so: Am Sonntag besichtigen beide Ehepaare die ehemalige Sommerresidenz des Zaren, Kolomenskoje, wo es unter anderem ein Ikonenmuseum gibt. Daran schließt sich eine Fahrt nach Sergijew Possad an, dem ehemaligen Sagorsk. Nach einem Gang durch die Akademie und einem Mittagessen mit Patriarch Alexej II. ist eine Besichtigung der Klosteranlage vorgesehen, bevor Familie Schröder gegen 18.00 Uhr den Heimflug antritt.

Bei Beutekunst Zugeständnisse zu erwarten?

Im Gepäck soll der Bundeskanzler am Ende auch eine neue Nachricht zum Thema Beutekunst-Rückgabe haben, denn Schröder wolle auch das Schicksal der mittelalterlichen Fenster der Marienkirche von Frankfurt (Oder) zur Sprache bringen. Das hat der ehemalige Kulturstaatsminister Michael Naumann dem Frankfurter Oberbürgermeister Wolfgang Pohl (SPD) versichert. Die Fenster kamen 1946 als Beutekunst in das damalige Leningrad. Im heutigen St. Petersburg lagern sie seit dieser Zeit in einem Depot der Eremitage.