Nach Angriff auf Bundeswehr: Deutsche Panzer nach Mazedonien - DER SPIEGEL
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Nach Angriff auf Bundeswehr Deutsche Panzer nach Mazedonien

Von den schweren Kämpfen zwischen albanischen Separatisten und Sicherheitskräften in Mazedonien sind erstmals auch deutsche Soldaten betroffen. Albanische Guerillakämpfer beschossen eine Kaserne der Bundeswehr.
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Tetovo/Berlin - Die Kaserne liegt in Vurpar nahe der zweitgrößten mazedonischen Stadt Tetovo an der Grenze zum Kosovo. Bei dem Angriff wurde ein Soldat leicht verletzt. Verteidigungsminister Rudolf Scharping beschloss, Leopard-Panzer und leichte Waffen aus dem Kosovo nach Tetovo zu verlegen.

Am Freitag abend traf der Kommandeur der Truppen in Tetovo die Entscheidung, das Bundeswehr- Nachschubregiment in der umkämpften mazedonischen Stadt zu verkleinern. Etwa die Hälfte der 1200 Soldaten soll an einen anderen Standort verlegt werden.

Die Gefechte zwischen albanischen Extremisten und mazedonischen Regierungstruppen weiteten sich am Freitag besonders im Gebiet nördlich von Tetovo und im Westen an der albanischen Grenze aus. Die Streitkräfte verlegten Artillerie ins Kampfgebiet und beschossen die Rebellen mit Maschinengewehren, Kanonen und Mörsergranaten. Die Rebellen erwiderten das Feuer. Einige Granaten schlugen sogar im Zentrum Tetovos ein. Mindestens fünf Menschen wurden verwundet.

Die Regierung in Skopje trat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Regierungschef Ljubko Georgiewski bat Griechenland um Hilfe. Der Nationale Sicherheitsrat erklärte, die Regierung werde zusätzliche Sofortmaßnahmen ergreifen, um die "Terroristengruppen" zu neutralisieren.

Wegen der Kämpfe in Mazedonien versetzte die Bundeswehr ihre Kfor-Soldaten in der Region in erhöhte Alarmbereitschaft. Außerdem wurde eine Ausgangssperre für die Truppe verhängt. Nach den Schüssen auf die Kaserne wurden zwischen hundert und zweihundert der insgesamt 1000 Soldaten aus dem Gebiet verlegt. Bundesaußenminister Joschka Fischer reiste am Freitag nach Mazedonien. Er will auch Tetovo besuchen. Bei einer Zwischenlandung in Kroatien sagte er, auf dem Balkan müsse die Lösung von Problemen durch Gewalt ein Ende haben.

Unterdessen versuchten Militäreinheiten, die Aufständischen aus der Umgebung von Tetovo zurückzudrängen. In großen Teilen der Stadt und in ihrer Umgebung fiel am Freitag der Strom aus, nachdem ein Strommast von einer Rakete getroffen worden war. Der staatliche Rundfunk sprach von einem Krieg, auch Anwohner berichteten von erbitterten Gefechten.

Etwa 400 mazedonische Familien haben Tetovo nach Polizeiangaben schon verlassen. Ein Bewohner der Stadt sagte, albanische Männer hätten Zuflucht bei mazedonischen Nachbarn gesucht, um sich vor Zwangsrekrutierungen durch die Rebellen zu schützen. Ein Militärsprecher appellierte an die albanischen Bewohner, wieder in ihre Häuser zurückzukehren und sich den Extremisten nicht anzuschließen.