Nach blutigen Zusammenstößen: Rücktritte in bosnischer Serbenrepublik - DER SPIEGEL
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Nach blutigen Zusammenstößen Rücktritte in bosnischer Serbenrepublik

Rund 70 Menschen sind bei den schweren Ausschreitungen gegen den Wiederaufbau einer Moschee in Banja Luka verletzt worden. Daraufhin haben der Innenminister der bosnischen Serbenrepublik und der örtliche Polizeichef ihren Rücktritt eingereicht.
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Banja Luka - Die Regierung will über die Rücktritts-Angebote von Innenminister Perica Bundalo und dem Chef der örtlichen Polizei, Vladimir Tutus, am Dienstag entscheiden.

Die bosnisch-serbische Polizei hatte sich zuvor unfähig gezeigt, tausende Serben an der Erstürmung des Bauplatzes zu hindern. Rund 70 Menschen wurden verletzt. Hohe internationale und bosnische Vertreter waren vor dem Mob in das islamische Zentrum geflüchtet, von wo aus sie erst am Abend von der Polizei in Sicherheit gebracht werden konnten.

Wolfgang Petritsch, der Hohe Repräsentant der internationalen Gemeinschaft in Bosnien, hatte die Führung der bosnischen Serben scharf kritisiert. Sie sei für die Ausschreitungen "einer Minderheit von Extremisten" verantwortlich, hieß es in einer Verlautbarung von Petritsch. Die Serbenrepublik sei noch immer ein Ort "ohne Gesetz, ohne zivilisiertes Benehmen und ohne Religionsfreiheiten".

Die Serben hatten gegen die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Moschee aus dem 16. Jahrhundert protestiert. Vor genau acht Jahren war die unter Unesco-Schutz stehende Ferhadija-Moschee von Serben zerstört worden. Die Ausschreitungen am Montag waren die schlimmsten in Banja Luka seit Ende des Bosnien-Kriegs 1995. Die Randalierer setzten Fahrzeuge und sieben Busse von Moslems in Brand und zerstörten mehrere Geschäfte von bosnischen Moslems und Albanern.