Nahost Abbas attackiert Israel
Ramallah - "Entweder geben sie mir die Möglichkeit einer deutlichen Unterstützung, um (das Mandat) auszuüben, oder entziehen sie es mir", sagte Abbas vor den palästinensischen Abgeordneten in Ramallah. Zuvor hatte Abbas zugegeben, dass es Probleme zwischen seiner Regierung und Präsident Jassir Arafat gibt. "Diese Probleme müssen grundsätzlich gelöst werden", sagte Abbas. Im Machtkampf mit Arafat fordert er mehr Befugnisse, um die Friedensgespräche mit Israel voranzubringen.
Abbas warf Israel in seinem Rechenschaftsbericht über die ersten 100 Tage seiner Amtszeit vor, die von den Palästinensern ausgerufene Waffenruhe gezielt sabotiert zu haben. Die israelische Regierung habe sich mit der Ende Juni von radikalen Palästinenser- Organisationen erklärten Waffenruhe "unwohl" gefühlt. Mit seinen Militäraktionen im Westjordanland habe Israel daraufhin die "Hudna" (Waffenruhe) zerstört.
Die Errichtung eines palästinensischen Staates sei der einzige Weg, die Probleme des palästinensischen Volkes zu lösen, sagte Abbas. Daher bemühe sich seine Regierung um eine Wiederbelebung des internationalen Friedensplans.
Dutzende wütender Demonstranten hatten Abbas bei seiner Ankunft vor dem Parlament beschimpft. Mitglieder der radikalen Fatah- Splittergruppe al-Aksa-Brigaden skandierten in Sprechchören Kritik an Abbas und Unterstützung für Arafat.