Nahost: Abbas bietet Hamas Kabinettsposten an - DER SPIEGEL
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Nahost Abbas bietet Hamas Kabinettsposten an

Die radikalislamische Hamas-Bewegung soll Regierungsverantwortung übernehmen: Ein entsprechendes Angebot machte der palästinensische Präsident Abbas. Hintergrund ist der geplante Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen.
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Ramallah - Die Hamas prüfe den Vorschlag zurzeit, teilte ein Sprecher der Organisation mit. Abbas wolle erreichen, dass alle politischen Kräfte im Nahen Osten mit Blick auf den Gaza-Plan zusammenarbeiten. Die Hamas habe vor einigen Tagen die Einsetzung eines Sonderausschusses zur Kontrolle der für August vorgesehenen Machtübergabe im Gazastreifen gefordert. Dies habe Abbas abgelehnt und stattdessen die Regierungsbeteiligung angeboten.

Beobachter sahen in dem Angebot einen weiteren Versuch des palästinensischen Präsidenten, die radikalen Gruppen stärker in die Regierung einzubinden, um einen friedlichen Abzug der israelischen Truppen zu ermöglichen.

Unterdessen wurde die nach Ausschreitungen verfügte Abriegelung des Autonomiegebietes wieder aufgehoben. Die Abriegelung war nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage von Ministerpräsident Ariel Scharon angeordnet worden. Auch nach Aufhebung der Blockade dürfen allerdings keine Baumaterialien oder schweren Maschinen mehr in das Küstengebiet eingeführt werden, teilten die Streitkräfte mit. Damit soll verhindert werden, dass radikale Siedler neue Barrikaden errichten, um den Abzug zu behindern.

Soldaten hatten am Donnerstag ein von Siedlern besetztes Hotel geräumt und damit eine tagelange Protestaktion beendet. In der Siedlung Ganim - eines der vier jüdischen Wohngebiete, die im Westjordanland geräumt werden sollen - zeichnete sich indessen kein Widerstand ab. Einem Anwohner zufolge will die Hälfte der von der Evakuierung betroffenen 30 Familien bis Ende kommender Woche umziehen. Die Bevölkerung von Ganim lag im Jahr 2000 bei lediglich 150 und ist seit Beginn des Aufstands der Palästinenser weiter zurückgegangen.

Jüngsten Umfragen zufolge wächst in Israel die Zustimmung zum Abzug. Vor allem die wachsende Gewaltbereitschaft radikaler Siedler habe die Akzeptanz des Gaza-Abzugs in der israelischen Gesellschaft erhöht. Bei der Erhebung für die Zeitung "Jediot Ahronot" sprachen sich 62 Prozent von 501 Befragten für die Räumung des Autonomiegebiets aus, vor einem Monat waren es nur 53 Prozent. Die Opposition gegen die Räumung ging von 38 auf 31 Prozent zurück.

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