Nahost Abbas bittet EU um Hilfe
Brüssel - Der Außenbeauftragte der Europäischen Union (EU), Javier Solana, sicherte den Palästinensern nach einem Gespräch mit Abbas zu, dass die EU den Wunsch nach einem eigenen Staat unterstütze. Dies hänge aber vom Nahost-Friedensprozess und damit auch von den Israelis ab. Er forderte Abbas bei dessen Antrittsbesuch bei der EU auf, die Reform der Palästinensischen Autonomiebehörde voranzutreiben und Militante besser zu kontrollieren. "Nur so kann der Traum (eines Staates) in Erfüllung gehen." Abbas sagte: "Dieser Traum ist bislang leider noch nicht in Erfüllung gegangen." Er werde aber daran arbeiten, "dass dies so schnell wie möglich umgesetzt wird".
Abbas flog direkt von einer eintägigen internationalen Nahost-Konferenz am Dienstag in London nach Brüssel. In London sagte die Weltgemeinschaft zu, die Palästinenser beim Aufbau eines lebensfähigen Staates nachhaltig zu unterstützen. Neben Solana traf Abbas bei der EU auch Parlamentspräsident Josep Borrell und Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Den Kommissionspräsidenten forderte Abbas auf, die finanzielle Unterstützung seines Volkes fortzusetzen. Brüssel will den Palästinensern allein in diesem Jahr rund 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Geld soll vor allem in die Infrastruktur und Schulen investiert werden, die bei Kämpfen zwischen Israelis und Palästinenser zerstört wurden. Barroso sagte, er sehe gute Aussichten für einen Frieden. "Wir müssen die Gewalt in der Region beenden."