Nahost Blutvergießen trotz Feuerpause
Gaza - Israelische Panzer hätten an drei Stellen die Grenze zum Gazastreifen überquert, berichtete Abdel Rasek Madschaida, palästinensischer Polizeichef in Gaza. "Die israelische Ausrufung eines Waffenstillstands ist eine große Lüge", sagte er. Die Vorfälle der vergangenen Stunden zeigten, dass die israelische Regierung es nicht ernst meine.
Ein Berater des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, Achmed Abdel Rahman, bezeichnete das Angebot Israels als irreführend. "Es ist wichtig zu beachten, dass dies kein Krieg zwischen gleichen Parteien ist", sagte er. Der palästinensische Kabinettsminister Siad Abu Sajjad sagte, Israel müsse die Empfehlungen der Mitchell-Kommission umsetzen. Nur so könne die Gewalt gestoppt werden.
Bei Rafah lieferten sich Israelis und Palästinenser ein Feuergefecht, bei dem nach Angaben von Ärzten mindestens 24 Menschen verletzt wurden, darunter neun Kinder. In der Nähe einer jüdischen Siedlung im Westjordanland gerieten zwei israelische Autofahrer in einen Hinterhalt. Ein Insasse wurde getötet, der zweite verletzt. Israelische Soldaten erklärten, sie seien beim Eintreffen am Tatort beschossen worden und hätten das Feuer erwidert.
Der israelische Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser hatte die Streitkräfte nach dem Angebot von Ministerpräsident Ariel Scharon angewiesen, nur noch bei Gefahr für das Leben von Israelis auf Palästinenser zu schießen.
US-Präsident George W. Bush telefonierte am Mittwoch mit Scharon und Arafat. Nach Angaben des Weißen Hauses forderte er die beiden Kontrahenten zur Zusammenarbeit mit den USA auf, um ein Konzept für die Umsetzung der Vorschläge der Mitchell-Kommission zu entwickeln.