Nahost: Das Blutvergießen geht weiter - DER SPIEGEL
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Nahost Das Blutvergießen geht weiter

Die Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern nimmt kein Ende. Bei den neuesten Auseinandersetzungen gab es zwei Tote.
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Jerusalem/Genf - Nach den neuen blutigen Zusammenstößen forderte US-Präsident Bill Clinton beide Seiten eindringlich auf, alles zur Umsetzung der beim Krisengipfel in Ägypten vereinbarten Waffenruhe zu tun. Die in Scharm al-Scheich gesetzte Frist läuft heute ab. Clinton telefonierte mit dem israelischen Regierungschef Ehud Barak und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat.

Der US-Präsident habe seine Besorgnis über die neuen Vorfälle zum Ausdruck gebracht, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses, Nanda Chitre. Er habe an beide Politiker appelliert, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Auch Uno-Generalsekretär Kofi Annan rief Israelis und Palästinenser zur Zurückhaltung auf. Am Ende hätten sie keine andere Wahl, als Frieden zu schließen, sagte Annan in New York.

Bei einer Schießerei in der Nähe von Nablus wurden ein jüdischer Siedler und ein Palästinenser getötet sowie mindestens 18 weitere Personen verletzt. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, das Feuer eröffnet zu haben. Das Gefecht brach in der Nähe eines palästinensischen Flüchtlingslagers aus. Es gab unterschiedliche Aussagen darüber, wie es zu den Zusammenstößen kam. Laut israelischer Darstellung machten die etwa 40 jüdischen Siedler mit einer Militäreskorte einen Ausflug auf den Berg Ebal, als Palästinenser das Feuer auf sie eröffneten. Die palästinensische Seite behauptete dagegen, die Siedler hätten grundlos auf unbewaffnete Bauern bei der Olivenernte geschossen.

Die Uno-Menschenrechtskommission verurteilte Israel unterdessen wegen "weit verbreiteter, systematischer und grober Menschenrechtsverletzungen". Auf einer Sondersitzung in Genf beschloss das Gremium außerdem, die seit drei Wochen andauernde Gewalt in den palästinensischen Autonomiegebieten von einer internationalen Kommission untersuchen zu lassen. Die von arabischen Staaten eingebrachte Resolution wurde mit 19 gegen 16 Stimmen bei 17 Enthaltungen angenommen. Der israelische Botschafter Jaakov Levi kritisierte die Resolution als "parteiisch, einseitig und aufhetzend". Ähnlich äußerten sich die USA. Neben den USA stimmten auch die EU-Staaten gegen den Text. Dagegen begrüßte der Vertreter der Palästinenser die Entschließung.

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