Nahost "Gaza ist eine Zeitbombe"
New York/Gaza Jan Egeland, Uno-Koordinator für Hilfseinsätze, kritisierte indirekt Israel wegen der Lage im Gaza-Streifen. "Gaza ist eine Zeitbombe", sagte er in New York. "Man kann nicht ein Gebiet abriegeln, das größer ist als Stockholm und 1,4 Millionen Einwohner hat, darunter 800.000 Minderjährige, und dann jeden Tag Hunderte Granaten abfeuern."
Er hoffe, dass die internationale Gemeinschaft nicht nur mehr Geld für die palästinensischen Autonomiegebiete bereitstellt, sondern auch auf die "vollständige diplomatische Unterstützung" für einen Waffenstillstand, wie er auch für den Libanon erreicht worden sei, sagte Egeland weiter. Bislang habe die Uno erst 40 Prozent der 305 Millionen Euro Hilfsgelder für Projekte in den Palästinensergebieten erhalten.
Die israelische Armee zog am Morgen aus dem Stadtviertel Tschudschaja im östlichen Teil Gazas ab. Der Einsatz sei beendet, sagte eine Armeesprecherin. Die Soldaten waren am Samstag in das Viertel einmarschiert. Bei dem Einsatz wurden 19 Palästinenser getötet. Seit Beginn der israelischen Offensive im Gaza-Streifen am 28. Juni wurden bislang mehr als 200 Palästinenser getötet.
Armee tötet Chef der al-Aksa-Brigaden
Die israelische Armee hat den Chef der radikalen palästinensischen al-Aksa-Brigaden in der Stadt Nablus getötet. Der 29-jährige Fadi Kafischeh wurde nach Angaben von Ärzten und Sicherheitskräften bei einem Feuergefecht mit Soldaten in der Stadt im Westjordanland tödlich verletzt. Vier weitere Mitglieder der Brigaden wurden demnach verwundet. Nach israelischen Militärangaben zündeten die Palästinenser in der Altstadt von Nablus einen Sprengsatz, als eine Patrouille vorbeifuhr. Danach sei es zu dem Schusswechsel gekommen.
Kafischeh war bereits bei früheren Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten mehrfach verletzt worden, unter anderem verlor er während eines Granatenbeschusses die rechte Hand. Die al-Aksa-Brigaden sind der militante Teil der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.
asc/AFP/Reuters